Digitale Zukunft für das MausRadio: WDR plant Fokus auf Online-Stream

Der Westdeutsche Rundfunk stellt die Weichen für sein Kinderprogramm neu und plant eine umfassende Weiterentwicklung des MausRadios. Wie der Sender heute dem WDR-Rundfunkrat mitteilte, soll das Angebot ab Anfang 2027 primär als digitaler Audiostream im Internet fortgeführt werden. Ziel ist es, Grundschulkinder durch neue Sendestrecken noch enger in ihrem Alltag zu begleiten und die Marke Maus als festen Bestandteil der digitalen Lebenswelt junger Hörer zu etablieren.

Im Zentrum der strategischen Neuausrichtung steht eine verstärkte Live-Präsenz zu den Hauptnutzungszeiten der Zielgruppe. Geplant sind unter anderem eine neue Frühsendung, die den oft hektischen Start in den Schultag begleiten soll, sowie interaktive Formate am Nachmittag. Hierbei setzt der WDR auf einen Mix aus Unterhaltung und Austausch, um Kinder unterschiedlicher sozialer Hintergründe gleichermaßen anzusprechen. Die Verbreitung soll künftig über die bekannten Maus-Plattformen sowie als Kernstück eines neuen Kinderprofils in der ARD Audiothek erfolgen.

Mit dem Fokus auf die Online-Verbreitung reagiert der WDR auch auf die veränderten Nutzungsgewohnheiten von Familien, die Audioinhalte zunehmend über Web-Streams abrufen. Gleichzeitig erfüllt die Anstalt damit politische Vorgaben aus dem Reformstaatsvertrag, die eine Reduzierung der terrestrischen Verbreitungswege vorsehen. In Konsequenz soll die Ausstrahlung des MausRadios über DAB+ mit Ablauf des Jahres 2026 enden.

Die Umsetzung des Konzepts steht allerdings noch unter Vorbehalt. Neben dem Abschluss des laufenden Gesetzgebungsverfahrens zur Anpassung des WDR-Gesetzes ist eine formelle Zustimmung des Rundfunkrats erforderlich. Hierzu plant der Sender, im Frühjahr ein entsprechendes Telemedienänderungskonzept vorzulegen, das im Rahmen des sogenannten Dreistufentests geprüft wird.

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