
In der internationalen Medienwelt sorgt eine Entscheidung aus den USA für Bestürzung unter Radiomachern. Der traditionsreiche Sender CBS News Radio wird am 22. Mai 2026 seinen Betrieb vollständig einstellen. Diese Nachricht wurde den Mitarbeitern sowie den rund 700 angeschlossenen Partnerstationen am Freitag in einer internen Mitteilung übermittelt. Damit endet eine fast einhundertjährige Rundfunkgeschichte, die 1927 begann und das Medium Radio über Jahrzehnte weltweit prägte.
Hinter dem radikalen Schritt stehen die neue Chefredakteurin Bari Weiss und der Präsident von CBS News, Tom Cibrowski. Die Führungsebene begründet das Aus mit dem tiefgreifenden Wandel im Nachrichtengeschäft und wirtschaftlichen Notwendigkeiten. Man müsse sich auf neue Zielgruppen konzentrieren und in Wachstum investieren, hieß es in der Erklärung. Für das Team von CBS News Radio bedeutet dies jedoch das berufliche Aus. Schätzungen zufolge fallen durch die Schließung zwischen 60 und 100 Stellen weg.
Die Entscheidung trifft eine Institution des Journalismus. CBS News Radio war unter anderem die Heimat von Edward R. Murrow, dessen Berichte aus London während des Zweiten Weltkriegs Radiogeschichte schrieben. Auch das Format World News Roundup, die am längsten laufende Nachrichtensendung der Vereinigten Staaten, wird mit der Einstellung des Betriebs verschwinden. In der Branche wird das Ende des Senders als herber Verlust für die originäre Berichterstattung gewertet.
Innerhalb der Redaktion herrschte laut US-Medienberichten bereits seit längerer Zeit eine Atmosphäre der Unsicherheit. Bari Weiss hatte die Leitung übernommen, nachdem Paramount Skydance ihr Magazin The Free Press gekauft hatte. Die Eigentümerstruktur hinter dem Mutterkonzern steht aufgrund politischer Verflechtungen und eines harten Sparkurses bereits seit Monaten in der Kritik. Erst im vergangenen Oktober hatte Paramount Skydance rund 2000 Stellen gestrichen. Die aktuelle Entwicklung bei CBS deutet darauf hin, dass die Konsolidierung im US-Medienmarkt weiter voranschreitet, während traditionelle Formate zunehmend unter Druck geraten.