
Die ARD-Landesrundfunkanstalten SWR, hr und SR ziehen die engere Zusammenarbeit ihrer jungen Programme deutlich vor. Bereits zum 1. Juni 2026 geht das neue Gemeinschaftsangebot unter der Federführung von DASDING an den Start. Damit setzen die beteiligten Sender die Vorgaben des Reformstaatsvertrags mehr als ein halbes Jahr früher um als ursprünglich geplant. Von der Kooperation sind die Bundesländer Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Hessen und das Saarland betroffen, in denen die bisherigen Marken DASDING, YOU FM und UNSERDING in einem gemeinsamen Programm aufgehen.
Hinter der Entscheidung steht das Ziel, durch Synergien Ressourcen freizusetzen und die Relevanz bei der Zielgruppe der 20- bis 29-Jährigen zu sichern. Durch die Bündelung der Kräfte im linearen Programm können laut Senderangaben knapp 1,8 Millionen Euro eingespart werden. Diese Mittel sollen jedoch nicht vollständig wegfallen, sondern zum Großteil in die Entwicklung und den Ausbau digitaler Produkte für junge Nutzer fließen. Strategisch reagieren die Häuser damit auf die fortschreitende Veränderung der Mediennutzung, wobei die gemeinsame Reichweite der drei Wellen bereits heute bei über einer Million Hörern täglich liegt.
Die inhaltliche Gestaltung erfolgt künftig standortübergreifend aus den Studios in Baden-Baden, Frankfurt und Saarbrücken. Eine zentrale Programmleitung steuert die strategische Ausrichtung, während die Redaktionsteams für Musik, Wort und Events gemischt besetzt werden. In der Programmgestaltung setzen die Verantwortlichen auf bekannte Gesichter und neue Talente. Die gemeinsame Morningshow wird im Wechsel von Lucas Bänsch und Tina Hauswald sowie William Lauth und Sophie Schindler moderiert. Den Vormittag übernehmen Celine Jost und Sarah Hautsch, während die Nachmittagssendung unter anderem von Marvin Fischer, Panagiota Beletseli sowie dem Duo Leni Eckstein und Timo Killer präsentiert wird. Die Abendschiene wird künftig zentral aus Saarbrücken gesendet.
Trotz der weitgehenden Vereinheitlichung des Programms soll die regionale Identität in den vier Bundesländern erhalten bleiben. Dies wird durch regionalisierte Nachrichtenblöcke und spezifische Storys aus den jeweiligen Sendegebieten sichergestellt. Zudem bleibt die Präsenz auf Social-Media-Plattformen und in der Podcast-Welt ein wesentlicher Bestandteil des Gesamtkonzepts. Diese Form der Zusammenarbeit in der ARD-Hörfunklandschaft gilt aufgrund ihrer Größenordnung als bisher einmalig und könnte als Modell für weitere Kooperationen innerhalb des Senderverbunds dienen.