
Der baden-württembergische Privatsender Radio Ton nutzt Künstliche Intelligenz für eine granulare Regionalisierung seines Programms. Um den unterschiedlichen Wetterlagen im Sendegebiet gerecht zu werden, strahlt die Station fünf eigenständige Wetterberichte parallel für einzelne Teilregionen mit entsprechenden Ortsnennungen aus.
In den Randzeiten am Abend, in der Nacht sowie an den Wochenenden erfolgt diese Ausspielung vollständig automatisiert. Die technische Grundlage bildet ein Workflow, bei dem ein Sprachmodell aktuelle meteorologische Rohdaten verarbeitet und anhand fester redaktioneller Richtlinien fünf sendefähige Texte generiert. Durch Vorgaben zu Umfang, Struktur und Tonalität wird gewährleistet, dass die Inhalte stilistisch zum Gesamtprogramm passen und sich streng an die gelieferten Datensätze halten. Im Anschluss werden die Meldungen per Sprachsynthese vertont. Eine exakt angeglichene Audio-Länge sorgt dafür, dass alle regionalen Varianten synchron in die vorgegebene Sendeablaufstruktur eingebettet werden können.
Für die technische Umsetzung dieser automatisierten Teilregionalisierung kooperiert Radio Ton seit rund drei Jahren mit UPLINK Digital. Nach Angaben des Senders diene der Einsatz moderner Sprachmodelle und Sprachsynthese nicht dem Selbstzweck, sondern ziele darauf ab, regionale Inhalte durch die Automatisierung auch außerhalb der regulären Redaktionszeiten passgenau und mit geringem manuellem Aufwand an die Hörerschaft zu liefern.