BWB gibt Grünes Licht: Weg frei für Radio- und Medienriesen im Westen Österreichs

Der österreichische Privatradiomarkt sowie die regionale Medienlandschaft stehen vor einer historischen Konsolidierung: Die Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) hat den Zusammenschluss der Tiroler Moser Holding und des Vorarlberger Medienhauses Russmedia offiziell freigegeben. Nachdem das Vorhaben am 8. Juni 2026 bei der BWB angemeldet worden war, wurde die Transaktion nun nach eingehender Prüfung und unter abgestimmten Verpflichtungszusagen genehmigt. Diese Auflagen sollen die publizistische Unabhängigkeit und Vielfalt der beteiligten Marken sichern. Das finale Closing der Transaktion ist für Ende August 2026 geplant.

Im Zuge dieser strategischen Allianz übernimmt Russmedia die Mehrheit von 77 Prozent an der neuen Gruppe, während die Bank für Tirol und Vorarlberg (BTV) als strategische Partnerin die restlichen 23 Prozent hält. Die Eigentümerfamilie Moser gibt ihre Anteile an der Holding damit vollständig ab.

Schwungrad für die westösterreichische Radiolandschaft

Für den privaten Rundfunkmarkt bedeutet diese Entscheidung eine beachtliche Konzentration von Reichweiten und Beteiligungen im Westen Österreichs. Obwohl die regionalen Radiomarken und Redaktionen gemäß den Auflagen eigenständig und redaktionell unabhängig bleiben, werden im Hintergrund erhebliche Synergien und Marktanteile gebündelt.

Russmedia steuert zu dieser Allianz ein gewichtiges Audio-Portfolio bei:

  • 90,00 % an Antenne Vorarlberg (mit täglich rund 115.000 Hörerinnen und Hörern eine der reichweitenstärksten Stationen der Region)
  • 33,54 % an Radio Arabella Wien Arabella MAGIC
  • 24,91 % am nationalen DAB+-Ableger arabella HOT

Die Moser Holding bringt ihrerseits etablierte Tiroler Rundfunksender ein:

  • 100,00 % an Life Radio Tirol (täglich rund 105.000 Hörerinnen und Hörer)
  • 100,00 % am regionalen Fernsehsender Tirol TV
  • 20,00 % am Heimatsender Radio U1
  • 17,60 % an arabella HOT

Besonders im Digitalradiobereich (DAB+) entsteht eine neue Kraft: Durch die Addition der Anteile von Russmedia (24,91 %) und der Moser Holding (17,60 %) kontrolliert die neue Sendergruppe künftig 42,51 % an arabella HOT.

Fokus auf digitalen Wandel und Unabhängigkeit

Als Hauptgrund für die Fusion nennen die Führungskräfte beider Häuser den rasanten digitalen Wandel im internationalen Medienmarkt. Größere Einheiten seien notwendig, um die nötige Investitionskraft für die digitale Transformation aufzubringen und den regionalen Qualitätsjournalismus langfristig gegen die globale Konkurrenz abzusichern.

Silvia Lieb (CEO der Moser Holding) bezeichnete die BWB-Freigabe als wesentlichen ersten Schritt, der eine klare Perspektive für die regionalen Marken schaffe. Markus Raith (Geschäftsführer Russmedia) betonte, dass nach dem Closing Ende August der Fokus auf unabhängigen Redaktionen, starken Marken und weiteren digitalen Investitionen in Tirol und Vorarlberg liegen werde.

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