Elefantenhochzeit im Westen: Russmedia und Moser Holding bündeln Radio- und Medienaktivitäten

Der österreichische Privatradiomarkt steht vor einer weitreichenden Konsolidierung. Die Eigentümer der Tiroler Moser Holding haben sich dazu entschlossen, ihre Anteile vollständig in eine gemeinsame Mediengruppe mit dem Vorarlberger Medienhaus Russmedia einzubringen. Im Zuge dieser strategischen Allianz übernimmt Russmedia die Mehrheit von 77 Prozent an der neuen Gruppe, während die Bank für Tirol und Vorarlberg als strategische Partnerin die restlichen 23 Prozent hält. Die Transaktion erfordert noch die Zustimmung der Bundeswettbewerbsbehörde.

Für die Radiolandschaft in Österreich bedeutet dieser Schritt eine massive Konzentration von Marktanteilen und Reichweiten im Westen des Landes. Beide Häuser bringen etablierte Audiomarken in die neue Partnerschaft ein, die künftig unter einem gemeinsamen unternehmerischen Dach agieren, publizistisch jedoch eigenständig bleiben sollen.

Russmedia steuert zu dieser Allianz die absolute Mehrheit von 90,00 Prozent an Antenne Vorarlberg bei. Der Sender gehört mit täglich rund 115.000 Hörerinnen und Hörern zu den reichweitenstärksten Regionalstationen des Landes. Darüber hinaus hält Russmedia strategische Beteiligungen im Wiener Raum und im Digitalradio: Das Unternehmen bringt 33,54 Prozent der Anteile an Radio Arabella Wien sowie 24,91 Prozent am nationalen DAB+-Ableger arabella HOT in die neue Gruppe ein.

Die Moser Holding steuert ihrerseits das Tiroler Radio-Portfolio bei. Dazu gehört das Flaggschiff Life Radio Tirol, das sich zu 100,00 Prozent im Besitz der Holding befindet und täglich rund 105.000 Hörer erreicht. Ebenfalls vollständig eingebracht wird der Regionalsender Tirol TV. Zudem fließt eine Minderheitenbeteiligung von 20,00 Prozent am regionalen Volksmusik- und Schlager-Sender Radio U1 in die Allianz ein. Da auch die Moser Holding mit 17,60 Prozent an arabella HOT beteiligt ist, bündeln die beiden Medienhäuser überdies ihre Anteile an der digitalen Popwelle, die nun fast zur Hälfte von der neuen Sendergruppe kontrolliert wird.

Als Hauptgrund für die Fusion nennen die Verantwortlichen den fortschreitenden Strukturwandel und die digitale Transformation des Medienmarktes. Nach dem Vorbild skandinavischer Medienhäuser sollen durch den Zusammenschluss größere Einheiten gebildet werden, die über mehr Investitionskraft im digitalen Bereich verfügen. Für Radiomacher und die Werbewirtschaft im Westen Österreichs entsteht durch diese Fusion ein neuer crossmedialer Riese, der im regionalen Audio- und Online-Markt eine dominante Rolle einnehmen wird.

Escape drücken, zum schließen