
Die Radionutzung in Schweden ist im vergangenen Jahr erneut zurückgegangen, wobei sich der Abwärtstrend im Vergleich zu den Vorjahren sogar beschleunigt hat. Aktuelle Jahreszahlen von Kantar Sifo belegen, dass die Schweden im Schnitt nur noch 68,1 Minuten täglich Radio hören. Das entspricht einem Verlust von viereinhalb Minuten gegenüber 2024. Auch die tägliche Reichweite sank spürbar auf 58,2 Prozent der Bevölkerung, was einem Rückgang von 2,7 Prozentpunkten innerhalb eines Jahres entspricht. Besonders auffällig ist, dass dieser Negativtrend sowohl die tägliche als auch die wöchentliche Nutzung umfasst und damit breiter ausfällt als noch im Jahr zuvor.
Trotz der allgemeinen Verluste gibt es innerhalb der Senderlandschaft einige Gewinner, die sich gegen den Markt stemmen konnten. Während das Flaggschiff P4 mit einem Minus von 2,4 Prozentpunkten den stärksten Rückgang aller Sender hinnehmen musste, konnten P2 und P3 ihre Reichweiten leicht steigern. Vor allem P3 verzeichnete beim Marktanteil an der Gesamthördauer ein deutliches Plus von 1,2 Prozentpunkten und kletterte auf 8,3 Prozent. Dies stellt den größten Zuwachs im gesamten schwedischen Markt dar und unterstreicht die Relevanz des Senders in einem schwierigen Umfeld.
Im kommerziellen Sektor konnte lediglich NRJ gegen den Strom schwimmen und die tägliche Reichweite minimal ausbauen. Die großen Mitbewerber Mix Megapol und Rix FM mussten hingegen Verluste hinnehmen. Mix Megapol konnte seine Führung im privaten Markt jedoch festigen, da die Einbußen bei Rix FM deutlich massiver ausfielen. Interessant für Radiomacher ist die Stabilität der Marktanteile zwischen dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk und den privaten Anbietern: Trotz der Verschiebungen bei den einzelnen Sendern blieb das Gesamtverhältnis mit 78,2 Prozent für Sveriges Radio und 21,8 Prozent für die kommerziellen Stationen im Vergleich zum Vorjahr vollkommen unverändert.