Großes Interesse an nationalen FM-Lizenzen in Schweden

In Schweden zeichnet sich ein intensiver Wettbewerb um die künftige Belegung des UKW-Bands ab. Nach der Neuausschreibung der drei landesweiten kommerziellen FM-Konzessionen sind bei der zuständigen Medienbehörde insgesamt zehn Bewerbungen eingegangen. Damit zeigt sich, dass die terrestrische Verbreitung über UKW auch für die kommenden Jahre ein zentraler Pfeiler der schwedischen Radiolandschaft bleibt. Die neuen Lizenzen sichern den Sendebetrieb auf nationaler Ebene bis mindestens 2034.

Unter den Bewerbern befinden sich alle derzeitigen Lizenzinhaber, die ihre Position verteidigen wollen. Bauer Media hat insgesamt drei Anträge eingereicht, während NRJ und Viaplay Radio jeweils eine Konzession anstreben. Aktuell werden diese Frequenzen für die Programme Mix Megapol, NRJ und Rix FM genutzt. Die etablierten Player sehen sich jedoch einer Reihe von Herausforderern gegenüber. So hat die Tageszeitung Aftonbladet ihr Interesse bekundet, und auch Mad Men Media bewirbt sich um zwei der Lizenzen. Letztere konnten kürzlich bereits in Finnland eine nationale Konzession gewinnen. Weitere Bewerber sind DB Media, die Betreiber der Guldkanalen, sowie Radio Nova.

Das Auswahlverfahren unterscheidet sich grundlegend von früheren Vergaben in Schweden. Anstelle der sonst üblichen Auktion, bei der das höchste Gebot den Zuschlag erhielt, entscheiden die Behörden diesmal nach inhaltlichen und strukturellen Kriterien. Im Fokus stehen dabei die Vielfalt des Programmangebots, die Diversität der Eigentümerstrukturen sowie die nachgewiesene Erfahrung im Medienbereich. Dieser Paradigmenwechsel sorgt dafür, dass die Verlängerung für die aktuellen Betreiber kein Selbstläufer ist.

Finanziell bringt die neue Lizenzperiode ebenfalls Änderungen mit sich. Anstelle einmaliger hoher Auktionssummen wird eine jährliche Gebühr eingeführt, die sich an der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit orientiert. Die Sender müssen künftig drei Prozent ihrer Werbeeinnahmen abführen. Diese Abgabe wird basierend auf der Bevölkerungsdichte im jeweiligen Sendegebiet verteilt. Mit diesem Modell schließt sich Schweden dem Beispiel Dänemarks an, wo ebenfalls weiterhin auf nationale UKW-Lizenzen gesetzt wird.

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