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Regionalisierung via DAB+: Projekt in Sachsen-Anhalt erhält Fördermittel

Die Medienanstalt Sachsen-Anhalt erprobt seit 2016 in einem DAB+ Projekt, wie Hörfunkprogramme ihre Programmelemente dynamisch regionalisieren können.
Das Entwicklungsprojekt „Digitale Rundfunkdienste für private Hörfunkveranstalter in Sachsen-Anhalt“ hat zum Ziel, regionalisierte Werbung, Nachrichten und redaktionelle Beiträge kostengünstig über DAB+ zu versenden. Dieses Projekt wird nun vom sachsen-anhaltischen Wirtschaftsministerium aus Mitteln der „Digitalen Agenda für das Land Sachsen-Anhalt“ anteilig bis Ende 2020 mitfinanziert.

Strahlt ein Radiosender sein Programm im DAB+ aus, kann er bislang nur sehr erschwert Werbung und Nachrichten regionalisiert ausstrahlen. Michael Richter, Projektverantwortlicher bei der Medienanstalt Sachsen-Anhalt, erklärt die Funktion der neuen Technologie: „In der Zeit ohne regionale Programmelemente wird einmal das jeweilige Hauptprogramm übertragen. Nur für die Zeiten, in denen tatsächlich regionale Programmelemente übertragen werden, erfolgt dynamisch eine zeitweise Aufteilung der DAB+ Kapazitäten.“ Das spare Kapazitäten und damit Geld für die privaten Veranstalter.

Seit Beginn des Projektes 2016 steht direkt bei den beiden großen landesweiten Programmveranstaltern ein „Service-Multiplexer“, der über das allgemeine Radio-Netzwerk von den Sender-Technikern bedient werden kann. So ist der Veranstalter völlig flexibel und kann beispielsweise eigenen Content aus seiner Internetredaktion in den Digitalradio-Strom einspeisen. Mit der anteiligen Projektförderung von 80 Prozent durch das Land Sachsen-Anhalt können nun neue Radio-Wertschöpfungen für die Programmveranstalter aufgeschaltet werden, wie z.B. der Einsatz von lokalen TPEG-Verkehrsdiensten für das stressfreie Reisen in Sachsen-Anhalt. Ein weiteres wesentliches Ziel ist es, den Katastrophenschutz an die DAB+ Radioversorgung mittels EWS (Emergency Warning Functionality) anzubinden.

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