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Regensburger gong.fm führt vollautomatische Warnmeldungen vor Geisterfahrern ein

Das Regensburger gong fm hat ab sofort garantiert alle Warnmeldungen vor Geisterfahrern On Air – sogar in automatisierten Sendestrecken. Möglich macht das eine für den Sender konzipierte und entwickelte Software, die mit Hilfe von Text-to-Speech und KI (künstliche Intelligenz) die Geisterfahrer-Meldungen vollautomatisch ausstrahlt.

Martin Schelauske, Bild: gong.fm

2016 wurden in ganz Bayern 367 Falschfahrer registriert. Rund 50 davon wurden in der Oberpfalz, dem Sendegebiet von gong.fm, gemeldet. Wie groß die Gefahr ist, die von einem Falschfahrer ausgeht, wenn man auf ihn ohne jegliche Vorwarnung trifft, weiß Funkhaus Geschäftsführer Martin Schelauske aus eigener Erfahrung. „Ohne Vorwarnung tauchen vor einem Lichter aus dem Nichts auf. Ehe man noch erfassen kann, warum die Lichter aus dem Gegenverkehr so ungewöhnlich wirken, ist der Geisterfahrer auch schon an einem vorbei gefahren“, erinnert er sich. Rund 50 % aller Falschfahrer werden am Freitag, Samstag und Sonntag registriert. Der größte Teil davon ist in der Zeit von 22:00 bis 05:00 Uhr unterwegs. Also zu Teiten, in denen bei gong.fm und vielen anderen privaten Rundfunkstationen automatisierte Sendestrecken laufen und kein Moderator im Studio ist.

Das Funkhaus Regensburg hat aus diesem Grund, ein Warnsystem mit Sprachassistenten entwickelt.  „Deren Sprachqualität sowie die Akzeptanz von synthetischen Stimmen bei Radiohörern ist jetzt sendefähig“, sagt Martin Schelauske. Dipl. Ing. Harald Hoffend, technischer Leiter im Funkhaus Regensburg, konzipierte ein System, das die Geisterfahrermeldungen automatisiert von einem Text-To-Speech-Dienst erstellt.

Harald Hoffend, Bild: gong.fm

„Wir haben lange mit den unterschiedlichen Anbietern von Smart-Speakern wie Apple (Siri), Microsoft (Cortana), Google (Google Assistant) und Amazon (Alexa) experimentiert und festgestellt, dass sich die Sprachqualität dieser Sprachdienste in den letzten Jahren enorm verbessert hat. Zudem gehört die Nutzung von verschiedensten Sprachassistenten mittlerweile zum Alltag. Entsprechend hoch ist die Akzeptanz von synthetischen Stimmen gerade in der jüngeren Zielgrupp die wir mit gong fm ansprechen“, erläutert Harald Hoffend. Aktuell kooperiert der Sender mit Google und nutzt eine Premium-Stimme aus dem Bereich der künstlichen Intelligenz (KI) der Google-Cloud. Grundlage der vollautomatisierten Geisterfahrermeldung auf gong fm sind die Meldungen der Polizei Oberpfalz, die über das Internet zur Verfügung gestellt werden. Aus diesen Meldungen wird durch das im Funkhaus entwickelte System ein gut strukturierter Meldungstext generiert.

„Unsere Software gibt die Meldung nicht nur gut hörbar mit einer natürlich klingenden Stimmer aus, sondern verpackt diese auch vollautomatisiert mit einem Sender-Intro, -Musikbett und -Outro“, so Hoffend. Durch die neue Software kann gong fm nun die Geisterfahrermeldung binnen weniger Sekunden nach Meldung durch die Polizei On-Air ausspielen.

Begleitet wird die Ausstrahlung auch durch entsprechende Textmeldungen wie Dynamic Label (DL) über DAB+ und Radiotext (RT) über UKW und die Signalisierung TA (Traffic Announcement) und ARI. Nach einer mehrwöchigen Testphase ist die neue Software jetzt offiziell in Betrieb genommen worden.
Bereits wenige Stunden später warnte gong fm in der Samstagnacht erstmals vollautomatisiert vor einem Geisterfahrer.

 

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