Kölner Stadt-Anzeiger: WDR-Hörfunkdirektorin Valerie Weber: „Ich würde mich beim WDR nie an Quote messen lassen.“

Foto: WDR/Herby Sachs

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WDR-Hörfunkdirektorin Valerie Weber kann sich gut vorstellen, dass Nachttalker Jürgen Domian auch weiterhin im WDR zu hören sein wird. „Ich schätze Domian sehr, und er ist eine unglaubliche Marke. Was für ein Interesse hätten wir, uns von ihm zu trennen? Vielleicht gibt es ja auch andere Wellen, andere Zeiten, zu denen man ihn wiederhört“, sagte die 49-Jährige dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ (Samstagausgabe). Man sei im Gespräch. Weber ist seit Mai 2014 Hörfunkdirektorin des Senders. Zurzeit plant sie eine Neuorganisation der Hörfunkwellen. So sollen 1Live, WDR 2 und WDR 4 künftig von einem Chef geführt werden. Die engere Verzahnung sei auch dem Sparzwang geschuldet. „Wir können nicht mehr leise sparen. Es wird anfangen, richtig wehzutun. Wir werden uns von 80 Stellen trennen“, so Weber. Es seien Stellen, die in den kommenden fünf Jahren beim Ausscheiden von Mitarbeitern nicht wieder besetzt werden.

Zu der durch die Mehreinnahmen beim Rundfunkbeitrag angestoßenen Diskussion über einen Werbeverzicht bei den Öffentlich-Rechtlichen sagte sie: „Die Werbewirtschaft fände es eine Katastrophe, wenn sie nur noch die Hälfte des Publikums in Deutschland erreicht. Das ist eine Zukunftsfrage für die ganze Gattung Radio. Die Befürchtung ist, dass Werbegelder dann an Google gingen und den deutschen Werbemarkt verlassen würden.“ Hohe Hörerzahlen seien für sie nicht zwangsläufig ein Zeichen für Erfolg: „Ich würde mich beim WDR nie an Quote messen lassen.“

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