Funkstreifzug-Reportage nominiert für Deutschen Radiopreis 2016 in der Kategorie „Beste Reportage“

Die Funkstreifzug-Reportage „Blackbox Heim: Wie behinderte Kinder weggesperrt werden“ ist für den Deutschen Radiopreis 2016 nominiert. Die Sendung gehört in der Kategorie „Beste Reportage“ zu den Anwärtern auf die begehrte Auszeichnung. Die Gewinner werden im Rahmen einer Gala am Donnerstag, 6. Oktober 2016, bekannt gegeben. Laudatorin in dieser Kategorie ist die Schauspielerin Natalia Wörner.

Aus 360 Einreichungen hat eine Jury des Grimme-Instituts die 33 Besten ausgewählt. Für jede der elf Kategorien gibt es drei Nominierungen – darunter die Funkstreifzug-Reportage „Blackbox Heim: Wie behinderte Kinder weggesperrt werden“. Darin geht es um Kinder mit geistiger Behinderung, die in Heimen immer wieder Zwangsmaßnahmen ausgesetzt sind. Sie werden über Stunden ins Zimmer gesperrt oder müssen in kastenartigen Betten schlafen. Nach Informationen des Funkstreifzugs und von BR Recherche behält sich die Mehrheit der befragten Heime in Bayern Einschlüsse oder Fixierungen vor. Erschreckend dabei ist, dass kein Richter diese Maßnahmen genehmigen muss, eine Generalvollmacht der Eltern reicht aus. Diese wird oft bereits verlangt, wenn ein Kind ins Heim kommt.

Die Reportage wurde im Programm von B5 aktuell erstmals am Sonntag, 10. April 2016, gesendet. Die Sendung kann im Internet nachgehört werden.

Das Format „Der Funkstreifzug“ und BR Recherche
Der Funkstreifzug ist die investigative Recherchesendung von B5 aktuell. Sie wird verantwortet von der Redaktion Politik und Hintergrund. Jeden Sonntag decken Reporter des Bayerischen Rundfunks Missstände in Politik und Gesellschaft auf, kritisieren Fehlentwicklungen und analysieren die Hintergründe. Verunreinigte Lebensmittel, Behandlungsfehler, Lobbyismus, Ausbeutung, Naturzerstörung, Behördenwillkür – der BR unterstreicht mit der seit 1965 existierenden Sendung, wie wichtig ihm investigativer Journalismus ist. Für Aufsehen gesorgt hat der Funkstreifzug mit Themen wie Zwangsmaßnahmen in Kinderheimen, Doping am Olympiastützpunkt Saarbrücken, das Geschäft der Patientenschlepper, Ekelfleisch am Schlachthof Coburg, Spenden für den Terror, Misshandlungen in der Forensik und Videoüberwachung an Schulen.

Die neue trimediale Einheit „BR Recherche“ besteht seit 1. Februar 2016 und arbeitet nicht für eine bestimmte Sendung, sondern veröffentlicht die Inhalte in allen passenden Programmen des BR und der ARD: im Hörfunk, im Fernsehen und online.

Mehr zur Sendung im Internet unter: http://www.br.de/radio/b5-aktuell/sendungen/der-funkstreifzug/der-funkstreifzug108.html

Der Deutsche Radiopreis
Der Deutsche Radiopreis wird seit 2010 jährlich in inzwischen elf Kategorien verliehen. Insgesamt wurden 360 Produktionen von 133 deutschen Radiosendern ins Rennen geschickt. Die Sieger werden von einer unabhängigen Jury des Grimme-Instituts ausgewählt. Die Verleihung des Deutschen Radiopreises findet in diesem Jahr am Donnerstag, 6. Oktober 2016, in Hamburg statt und wird bundesweit in zahlreichen öffentlich-rechtlichen und privaten Radioprogrammen live übertragen. Die Gala wird auch als Livestream im Internet zu sehen sein. Außerdem senden die Dritten Fernsehprogramme der ARD die Show zeitversetzt. Barbara Schöneberger moderiert die Verleihung.

Für den Deutschen Radiopreis arbeiten öffentlich-rechtliche und private Radiosender zusammen, um gemeinsam herausragende Moderatoren, Reporter, Nachrichtenformate und Sendungen auszuzeichnen.

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