Europäische Regierungen fordern beschleunigte Einführung von DAB in Fahrzeugen

Ministerien, Autohersteller und die Radioindustrie versammelten sich heute in Brüssel, um die weitere Verbreitung von DAB‐Digitalradios in Fahrzeugen
voranzutreiben.

Auf der Veranstaltung, die unter dem Motto ‚Drive to Digital ‐ Europe’ stand und in Zusammenhang mit der niederländischen EU‐Ratspräsidentschaft ausgerichtet wurde, forderten Regierungsvertreter aus Deutschland, dem Vereinigten Königreich und den Niederlanden gemeinsam mit der französischen Medienregulierungsbehörde und leitenden Repräsentanten der Rundfunk‐ und Automobilindustrie eine europäische Vision für das Digitalradio DAB.

Wie auf der Veranstaltung bekanntgegeben wurde, empfangen mittlerweile 56 % der EU‐Bürger (Zahlen einschließlich Norwegen und der Schweiz) DAB/DAB+‐Programme. Am weitesten ist man diesbezüglich in den Staaten mit landesweiter DAB-Abdeckung, also in Deutschland, dem Vereinigten Königreich, Italien, den Niederlanden, der Schweiz, Norwegen und Dänemark.

Auf diese sieben Märkte entfallen auch 60 % aller Neuwagenverkäufe in Europa. Da nunmehr auch Frankreich und Belgien ihre ersten entscheidenden Schritte zur Einführung des Digitalradios unternehmen, dürften die etablierten DAB‐Märkte schon bald nahezu 80 % der Neuwagenverkäufe in Europa auf sich vereinen.

Dazu sagte WorldDAB‐Präsident Patrick Hannon: „Mit einer Verfügbarkeit der Dienste für 291 Millionen Menschen auf dem gesamten Kontinent hat sich DAB als zentrale Zukunftsplattform für das Radio in Europa etabliert. Wenn Autofahrer sämtliche verfügbaren kostenlosen Rundfunkdienste in Europa nutzen möchten, können sie dies nur mit Radios, die gleichermaßen analog‐ und digitalfähig sind.“

„Im Vereinigten Königreich, in Norwegen und in der Schweiz gehört ein DAB‐Radio heute zur Standardausstattung der meisten Neufahrzeuge. Da grenzüberschreitende Reisen heute an der Tagesordnung sind und die ersten Länder bereits Termine für die Abschaltung der analogen Dienstebekanntgegeben haben, ist es an der Zeit, alle neuen Autos in Europa standardmäßig mit FM, DAB und DAB+ auszustatten. Eine eindeutige Unterstützungserklärung durch europäische Institutionen würde diesen Prozess beschleunigen.“

Zu den Rednern anlässlich der Veranstaltung ‚Drive to Digital‘ gehörten führende Ministeriumsvertreter aus den drei führenden Digitalradio‐Märkten, nämlich Ian O’Neill vom DCMS im Vereinigten Königreich, Frank Krüger vom deutschen BMVI und Jos de Groot vom niederländischen Wirtschaftsministerium, sowie François‐Xavier Bergot von der französischen Regulierungsbehörde CSA.

Dazu Frank Krüger, Ministerialdirigent am deutschen Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI): „Nach unserer Auffassung ist DAB für die Gesellschaft von großem Nutzen. Die geringen Übertragungskosten lassen eine breitere Palette an Programmen und Diensten zu, ein begrenztes Spektrum wird effizienter genutzt und die digitale Übertragung sorgt für eine Qualitätssteigerung. Darüber hinaus kann die Ausstrahlung wichtiger, hochwertiger
Verkehrsinformationen per DAB entscheidend dazu beitragen, die Effizienz des Verkehrs zu steigern und die Zahl der Verkehrstoten zu senken.“

„Die Sicherheit des Straßenverkehrs wird in der nahen Zukunft von Daten abhängen, die sich auf unterschiedliche Weise bereitstellen lassen – unter anderem per Rundfunk. Abgesehen von der mit DAB möglichen großen Programmvielfalt eignet sich diese Technik zur Übertragung wichtiger Verkehrsinformationen. Dieses Potenzial nicht zu nutzen, wäre eine vertane Chance.“

Sprecher von Audi und Fiat gingen auf die Gründe dafür ein, dass ihre Unternehmen jetzt immer mehr Modelle in ganz Europa standardmäßig mit DAB ausstatten. Robbert Van Den Heuvel, Communication Manager bei Fiat Chrysler: „Fiat Chrysler Automobiles gehörte zu den ersten Unternehmen, die DAB+ in ihren Fahrzeugen implementierten. Dies geschah im Rahmen unseres Engagements, innovative Produkte mit hohem Qualitätsstandard anzubieten. In enger Zusammenarbeit mit Zulieferern und Rundfunksendern entwickeln wir die Technik weiter und betrachten sie als Bestandteil der Unterhaltungssysteme für unsere Autos.“

Helen Boaden, Director of Radio bei der BBC und Präsidentin der European Digital Radio Alliance, sowie Mike Hawes, CEO der Society of Motor Manufacturers & Traders (SMMT), schlossen sich dem Ruf nach der Einführung von Digitalradios in Autos an.

Helen Boaden, Director bei BBC Radio und Präsidentin der neu gegründeten European Digital Radio Alliance, sagte: „Wir haben diese Allianz aus der Erkenntnis heraus gegründet, dass die europäischen Rundfunkanstalten zusammenarbeiten müssen, um sicherzustellen, dass unsere Hörer die Digitalradio‐Technik optimal nutzen können. Dies ist nirgendwo sonst so wichtig wie im Auto, wo das Radio ein entscheidendes Unterhaltungsmedium und eine wichtige Informationsquelle für Millionen von Menschen ist, die täglich unterwegs sind. Wir möchten bei der Automobilindustrie und den Regulierungsbehörden ein Verständnis für das Anliegen unseres Verbandes wecken, DAB zur ersten Wahl für Verbraucher auf dem gesamten europäischen Markt zu machen.”

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