„DAB+ Gipfel SaarLorLux“ des Saarländischen Rundfunks auf dem Halberg: Mehrwert für den Hörer schaffen

Der Intendant des Saarländischen Rundfunks, Professor Thomas Kleist, hat auf dem Saarbrücker Halberg anlässlich des von ihm einberufenen „DAB+ Gipfels SaarLorLux“ deutlich gemacht, dass ein Umstieg vom analogen UKW zum digitalen Radioempfang gelingen kann, wenn alle Marktteilnehmer konstruktiv zusammenstehen und wenn dem Hörer ein Mehrwert gegenüber dem Status quo geboten wird.

In seinem Grußwort dankte der Chef der Staatskanzlei des Saarlandes, Jürgen Lennartz, dem Intendanten dafür, dass es gelungen sei alle regionalen Player in Sachen digitaler Rundfunk an einen Tisch zu bringen, machte aber zugleich deutlich, dass für ihn wesentliches Kriterium für einen Umstieg von der analogen zur digitalen Verbreitungstechnik die Akzeptanz des neuen Verbreitungsweges durch die Hörerinnen und Hörern sei.

Der Gipfel machte schnell deutlich, dass der Hörfunk mittelfristig keine analoge Insel bleiben wird. Vertreter der Geräteindustrie wie auch Programmveranstalter brachten zum Ausdruck, dass die Entwicklungsmöglichkeiten für UKW ausgereizt seien. Differenziertere – zielgruppengenauere – Programme seien nur noch auf digitalen Verbreitungswegen möglich. Das gelte auch für Fortschritte bei der Übertragungsqualität, der Programmvielfalt und der Bedienbarkeit. Neues werde es nur noch auf digitalem Wege geben. Das gelte für Zusatzinformationen, wie intelligente Verkehrsinformationen unter Einbeziehung beispielsweise auch des öffentlichen Nahverkehrs, aber auch für die schnelle Information, etwa was Warnungen vor Katastrophen und ähnliches mehr angehe.

Teilnehmer des Gipfels waren unter anderem der Chef der Staatskanzlei des Saarlandes Staatssekretär Jürgen Lennartz, der Intendant des Saarländischen Rundfunks Professor Thomas Kleist (Gastgeber), der Direktor der Landesmedienanstalt Saarland, Dr. Gerd Bauer, der Justitiar des Saarländischen Rundfunks, Bernd Radeck, der Vizepräsident für Forschung und Technologietransfer der Universität des Saarlandes, Professor Dr. Thorsten Herfet, der Geschäftsführer der Verbraucherzentrale des Saarlandes, Jürgen Zimper, der Geschäftsführende Gesellschafter der TechniSat, Peter Lepper, der Premier Conseiller de direction, Regulierungsbehörde für Telekommunikation Luxemburg, Claude Rischette, der Leiter der Business Unit Radio der Media Broadcast GmbH, Egon Kraus, die Geschäftsleiterin Online und Ton des Inistituts für Rundfunktechnik München, Susanne Rath, der Head of Technical Services & Transmissions des Broadcast Center Europe Luxemburg, Eugène Muller, der Vorsitzende des Inst ituts für Europäisches Medienrecht e.V. und Mitverfasser des Gutachtens „Rechtsfragen des digitalen terrestrischen Rundfunks“, Dr. Stephan Ory, der Wissenschaftliche Mitarbeiter des Mainzer Medieninstituts Richard Deicke sowie Dr. Volker Schott, Abteilung Verkehrspolitik des Verbands der Automobilindustrie e.V.

Die Teilnehmer appellierten an die Politik, aktiver Bereiter und Moderator des Umstiegs-Prozesses zu sein. Die Programmveranstalter bräuchten mehr Flexibilität. Gegenwärtig seien die rechtlichen Rahmenbedingungen eher ein Hindernis als ein Treiber des Fortschritts bei der digitalen Radioverbreitung. Das Gipfeltreffen verdiene eine Fortsetzung.

Professor Thomas Kleist sagte zusammenfassend: „Für den Saarländischen Rundfunk ging es heute vor allem darum, die Herausforderungen, die mit einem Umstieg auf die ausschließlich digitale Verbreitung von Hörfunkprogrammen in einer Grenzregion mit sich bringt, offen zu diskutieren und Schlüsse daraus zu ziehen. Eines scheint mir klar: DAB+ muss für den Verbraucher einen echten Mehrwert haben. Dafür muss uns die Rundfunkpolitik einen Rahmen setzen, der nicht mehr – wie bisher – auf der analogen Welt basiert. Daran wollen wir als Saarländischer Rundfunk, aber auch die ARD insgesamt, aktiv mitwirken. Ich bin zuversichtlich, dass das gelingt, schließlich hat uns die Politik insoweit um Mithilfe gebeten. Wirtschaftspolitisch“ – so Kleist weiter – „wäre ein Umstieg auf digitales Radio aufgrund der damit verbundenen Frequenzoptimierung und der kostengünstigen Verbreitung allemal erstrebenswert.“

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