BR-Autoren wagen Selbstversuch: 24 Stunden unterwegs in der virtuellen Realität

Ein ganzer Tag und eine ganze Nacht in der virtuellen Realität: Was macht das mit der eigenen Wahrnehmung, der Geistesverfassung und dem Körper? Und was lernen wir dabei über diese neue, umstrittene Technologie? In einem 24-stündigen Selbstversuch haben die BR-Autoren Christian Schiffer und Christian Alt versucht, das herauszufinden. Die Ergebnisse sind am Samstag, 16. Juli 2016, als Radiofeature um 13.05 Uhr auf Bayern 2 und als Podcast unter bayern2.de zu hören. Außerdem berichtet PULS am Donnerstag, 14. Juli 2016, im BR Fernsehen.

Brille auf, echte Welt aus: Virtual Reality ist der Technologie-Trend der Stunde. Eine Virtual-Reality-Brille täuscht den Augen und dem Gehirn mittels ausgeklügelter Optik vor, sich in einer anderen Welt zu befinden. BR-Autor Christian Schiffer hat sich auf eine 24-stündige Reise begeben. Er hat in der virtuellen Realität geschlafen, gegessen, gearbeitet und gefeiert. Zur Seite stand ihm sein Kollege Christian Alt, der bestimmte, was Schiffer in der virtuellen Welt zu sehen bekam und wen er dort traf.

Besuch auf dem Meeresgrund und Tennis über den Wolken
„Die 24 Stunden in der virtuellen Realität waren faszinierend, aufregend und lehrreich, aber auch anstrengend, sowohl physisch als auch psychisch“, fasst Christian Schiffer das Erlebte zusammen. „Ich habe Planeten durch unser Sonnensystem geworfen, saß auf dem Meeresgrund und spielte über den Wolken Tennis gegen mich selbst. Zwischendrin wurde ich virtuell getötet und hatte als Frau Geschlechtsverkehr mit einem Mann. Geschlafen habe ich eher schlecht, die 24 Stunden kamen mir vor wie ein langer, kräftezehrender Gewaltmarsch. Die Füße taten mir irgendwann weh, und ich sehnte mich nach einer riesigen Portion Sushi, nach echten menschlichen Gesichtern. Die virtuelle Realität ist kein Ort, an dem man es lange alleine aushalten kann.“

Virtual Reality – Risiken und Verheißungen
Was genau die neue Technik mit uns anstellen wird, ist noch nicht klar. Enthusiasten träumen von fremden Welten und rauschhaften Erfahrungen, verstehen die Virtual Reality geradezu als eine „Empathiemaschine“, die es Nutzern erleichtern können wird, sich besser in andere Menschen und Situationen hineinzuversetzen. Skeptiker erheben ethische und moralische Einwände: Sie befürchten, dass die Menschheit in der virtuellen Realität verrohen und kollektiv aus dem echten Leben flüchten könnte.

Donnerstag, 14. Juli 2016, 23.45 Uhr
BR Fernsehen
PULS Qualitätsfernsehen deines Vertrauens

Samstag, 16. Juli 2016, 12:00 Uhr
Netzfilter, PULS Radio

Samstag, 16. Juli 2016, 13.05 Uhr
Bayern 2, radioFeature
„Betreten auf eigene Gefahr: 24 Stunden unterwegs in der virtuellen Realität“
Von Christian Schiffer und Christian Alt(Wiederholung: Sonntag, 17. Juli 2016, 21.05 Uhr)

Online
Unter br.de/radiofeature wird der Selbstversuch „24 Stunden unterwegs in der virtuellen Realität“ mit Berichten, Bildern und Videos dokumentiert. Dort gibt es auch die Sendung zum Nachhören.

Die Autoren
Christian Schiffer arbeitet als Radiojournalist für den Bayerischen Rundfunk. Inhaltlich beschäftigt er sich unter anderem mit den gesellschaftlichen Auswirkungen der Digitalisierung, zu seinen Themenschwerpunkten gehören außerdem Politik und Popkultur. Für das Radio-Feature „Im Schutz der Dunkelheit. Eine Expedition ins Darknet“ wurde er 2015 mit dem Prix Marulic ausgezeichnet.

Christian Alt arbeitet als Radiojournalist für den Bayerischen Rundfunk. Zu seinen Themenfeldern gehören Pop- und Netzkultur. Zurzeit beschäftigt er sich vor allem mit künstlicher Intelligenz und der Auswirkung von Technologie auf Mensch und Gesellschaft.

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