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Wie geht es weiter beim 2. Bundesmux?

Die Medienanstalten haben sich einen engen Zeitplan gestrickt. Sie wollen, dass der zweite bundesweite Digitalradio-Multiplex (Bundesmux) so schnell wie möglich auf Sendung gehen kann. Bis Ende Februar hatten mögliche Interessenten Zeit sich an der Ausschreibung zu beteiligen, insgesamt sind vier Bewerbungen eingegangen. Zu den Bewerbern gehören der Sendernetzbetreiber MEDIA BROADCAST mit einer eigens für DAB+ gegründeten Gesellschaft, „Die Neue Welle“ vom Telefonbuchverlag Müller aus Nürnberg, eine Firma der Investmentgesellschaft LIVIA Group und der Initiator der Ausschreibung, der Leipziger Immobilien-Manager Steffen Göpel.

Alle Bewerbungen stehen auf soliden Beinen wie Thomas Fuchs, Direktor der Medienanstalt Hamburg / Schleswig-Holstein (MA HSH) und Koordinator des Fachausschusses „Netze, Technik, Konvergenz“ der Medienanstalten, bei einer Veranstaltung in Berlin sagte. Das müssen sie auch, denn beim zweiten Bundesmux handelt es sich um das größte deutsche Privatradio-Investment der letzten 30 Jahre.

Alle vier Bewerber wurden in der vergangenen Woche von den Medienanstalten bereits in einer fünfstündigen Veranstaltung angehört. Dort hatten die Firmen die Möglichkeit ihre Programmvorhaben näher vorzustellen und ggf. offene Fragen der Medienanstalten zu beantworten.

In einem weiteren Schritt können die Bewerber nun untereinander Gespräche führen, mit der Maßgabe sich zu einigen und künftig zusammen aufzutreten. Das wäre auch die ideale Lösung aller Beteiligten wie Fuchs sagte. Für diese Einigung haben die Bewerber bis Ende April Zeit. Sollte eine Einigung aller Bewerber untereinander – also ein Vierer-Bündnis entstehen, oder ein Antragsteller seine Bewerbung zurückziehen und alle verbliebenen schließen sich zusammen, könnte die Kommission für Zulassung und Aufsicht (ZAK) schon in ihrer Sitzung am 16. Mai eine Entscheidung treffen.

Sollte keine Einigung zwischen allen Antragstellern zustande kommen, muss die Gremienvorsitzendenkonferenz (GVK) eine Auswahltentscheidung treffen. In der Gremienvorsitzendenkonferenz haben sich die Vorsitzenden der Beschlussgremien (Medienrat, Medienkommission, Versammlung etc.) der 14 Landesmedienanstalten zusammengeschlossen. Die GVK kommt am 06. Juni 2017 zusammen. Spätestens dann sollte also der Plattformbetreiber für den zweiten Bundesmux feststehen.

Thomas Fuchs rechnet mit einem Sendestart Ende 2017 oder Anfang 2018.

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