Vilradio stellt offenbar am Sonntag den terrestrischen Sendebetrieb ein

Mit Spannung wurde sie erwartet – die Medienratssitzung vom 12.03. der bayerischen Landeszentrale für neue Medien (BLM) in München, ging es doch unter anderem um die Verlängerungsgenehmigungen für die Digitalradio-Angebote in den Regionalmuxen München, Augsburg, Nürnberg und Ingolstadt. In Augsburg und Ingolstadt wird es demnach keine wesentlichen Änderungen geben; alle Angebote wurden weitestgehend bestätigt. In München verzichtet offenbar die Radio Gong 2000 Programmanbieter GmbH & Co. Hörfunk KG auf einen Programmplatz. Das Angebot „Radio Gong mobil“ taucht nicht mehr in der Genehmigungsliste auf.

Überraschungen gab es auch in Nürnberg. Auch hier wurde ein Veranstalter unter den lizensierten Kandidaten vermisst: vilradio. Auf Nachfrage von „Radio wird digital“ teilte die BLM mit, dass der Anbieter sein DAB-Angebot am 15.03. wohl einstellen wird! Ganz überraschend kam diese Info nicht. Seit einigen Tagen spricht Betreiber Matthias Lenardt im laufenden Programm von einem bevorstehendem „vilradio 3.0“ und verweist in diesem Zusammenhang auf die Homepage www.vilradio.de, auf der mittlerweile Angebote für eine Lebensberatung zu finden sind. Für eine Stellungnahme war Herr Lenardt gegenüber der radioWOCHE leider nicht zu gewinnen.

vilradio startete im Oktober 1995 in Nürnberg als eines der ersten Digitalradio-Programme in Bayern innerhalb eines DAB-Pilotbetriebes, welches im Mai 1999 in den Regelbetrieb überführt wurde. Neben „vilradio“ in Nürnberg starteten 1999 unter den Privatradios damals landesweit „Rockantenne“ und „Radio Galaxy“. In den Ballungsgebieten München, Nürnberg, Augsburg und Ingolstadt ging „Radio Fantasy“ im Regelbetrieb on air. München erhielt für „Radio Gong mobil“, „City News Talk“, was später durch „Nova Radio“ ersetzt wurde und „Radio 2Day/Radio Opera“ die digitale Sendeerlaubnis. Augsburg bekam digitale Klangqualität mit „Smart Radio“, „RT.1 Easy Radio“ und ein Angebot der Pro Air Medienagentur GmbH/Pro FM Rundfunkservice Studiotechnik Spotproduktion von der BLM genehmigt. In Ingolstadt wurden damals „Radio IQ“ „Radio Ingolstadt“, sowie ein volkstümliches Program lizensiert. Die Frankenmetropole wurde mit „Franken Funk“, „Pirate Radio“ und eben „vilradio“ bereichert.

vilradio zeichnete sich durch einen ausgewählten Musikmix aus Easy Listening, Pop, Jazz, Rock, Soul, Blues und lateinamerikanische Rhythmen aus. 2013 konzentrierte sich der Sender in der Berichterstattung auf die Stadt Fürth. 2014 wurde vilradio komplett relauncht und sendet seitdem deutschsprachige Schlager und Popmusik. Ob das Angebot online weitergeführt wird und warum die terrestrische Verbreitung wohl beendet werden wird, bleibt bis zuletzt Spekulation. In der Funkanalyse Bayern aus dem vergangenem Jahr erreichte der Sender für Nürnberg/Fürth/Erlangen eine Tagesreichweite von 0,8% (Montag bis Freitag; Bevölkerung ab 10 Jahre im Stereoempfangsgebiet – Quelle:Funkanalyse Bayern 2014, erstellt von TNS Infratest).

Der dadurch frei werdende Programmplatz wird zunächst nicht weiter vergeben, „da er möglicherweise an den BR abgegeben wird“, so die BLM gegenüber „Radio wird digital“ weiter.

Update: Unterdessen wird in Programmansagen offen die Abschaltung am 15.03. über DAB+ kommuniziert. Auf den UKW-Frequenzen wird die Einstellung der Abstrahlung danach später erfolgen. Ein genaues Datum wird nicht genannt

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