Rundfunkrat von Radio Bremen beschließt Programmschema-Änderungen bei Funkhaus Europa

Die Mitglieder des Rundfunkrats von Radio Bremen begrüßen, dass auch nach dem Relaunch des Programmschemas von Funkhaus Europa (FHE) Radio Bremen in gleichem zeitlichem Umfang Programm zuliefert wie bisher. Dass die in Bremen produzierten Programmanteile künftig am Wochenende ausgestrahlt werden, bietet aus unserer Sicht programmliche Chancen.

Der Rundfunkrat wird auch die neuen Sendestrecken durch Programmbeobachtungen kritisch-konstruktiv begleiten. Er wünscht dem FHE-Team von Radio Bremen eine glückliche Hand und viel Erfolg bei der Umsetzung des Relaunchs. Wir hoffen, dass FHE weiterhin eine frische, moderne, hintergründige Hörfunkwelle mit der ihr eigenen, einzigartigen Musikfarbe bleibt. Wir wünschen uns, dass FHE auch künftig unter europäischem und interkulturellem Blickwinkel andere Sichtweisen und Zugänge zu tagesaktuellen Themen vermittelt und dabei den Aspekt der Integration in den Mittelpunkt stellt.

Wir bedauern, dass das wellenspezifische Nachrichtenformat für Funkhaus Europa, das bislang von Radio Bremen produziert wurde, eingestellt wird und diese Entscheidung des WDR im Laufe der Umstrukturierungsüberlegungen nicht mehr verhandelbar war. Das Durchschalten der auf nordrhein-westfälische HörerInnen ausgerichteten WDR-Nachrichten erschwert künftig nicht nur für das Sendegebiet von Radio Bremen die Ausstrahlung von FHE.

Grundsätzlich begrüßt der Rundfunkrat, dass eine neue vertragliche Grundlage mit dem WDR für die Beteiligung von Radio Bremen am Programm von FHE geschaffen wird. Wir wünschen uns, dass, trotz der Einschränkungen durch die künftig nicht mehr wellenspezifischen Nachrichten insgesamt eine Stärkung des Programms erfolgt.

Weiterhin begrüßen wir die innovative Idee einer zeitgleichen Ausstrahlung aller fremdsprachigen Sendungen um 18:00 Uhr im Onlinebereich. Der bisherige Bruch im Programmfluss um 18:00 Uhr wird damit vermieden. Die Fremdsprachen-Sendungen künftig erst ab 20:00 Uhr über UKW auszustrahlen, hält der Rundfunkrat für eine gute Entscheidung.

Der Rundfunkrat freut sich zudem, dass Radio Bremen im Bereich der Social Media-Aktivitäten und durch Zulieferungen im Aktuell-Bereich auch im Wochenprogramm präsent ist und hofft, dass sich dadurch auch Brückenschläge zwischen Wochen- und Wochenendprogramm realisieren lassen.

Der Integrationsauftrag des öffentlich-rechtlichen Rundfunks wird angesichts weltweit zunehmender Flucht- und Migrationsbewegungen immer wichtiger. Wir wünschen uns daher mehr von dem, was Funkhaus Europa leistet, in allen Programmangeboten. Der Integrationsauftrag darf nicht nur auf einzelne Wellen beschränkt sein. Wir ermutigen die Programmverantwortlichen bei Radio Bremen, den bisher beschrittenen Weg, Integration intensiv als Querschnitt-Thema in allen Programmangeboten trimedial zu behandeln, konsequent weiter zu verfolgen.

In Zeiten wie diesen brauchen wir insgesamt „mehr Funkhaus Europa“ im öffentlich-rechtlichen Rundfunk!

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