Einflussnahme angeprangert: Journalistin verlässt russischen Dienst des polnischen Rundfunks

Die russische Journalistin Masha Makarova, die seit 2014 für den russischen Radiodienst von Polskie Radio arbeitete, hat am Freitag den Sender unter Protest verlassen. Es sei „keine leichte Entscheidung“ gewesen, aber sie wolle nicht weiter unter einer Leitung arbeiten, die „journalistische Grundsätze verletze“, zitieren polnische Medien aus einem Facebookpost von Makarova. Sie berichtet von Einflussnahmen der nach dem politischen Machtwechsel in Polen neu eingesetzten Führung auf das Programm. Bis dato prägende Figuren des Programms hatten im Gegenzug den Sender verlassen müssen. Mitarbeiter würden angehalten, bestimmte Artikel wieder offline zu stellen oder in Presseschauen bevorzugt auf einige wenige, unseriöse Zeitungen und Onlinemedien zurückzugreifen. Artikel der regierungskritischen Tageszeitung „Gazeta Wyborcya“ seien hingegen tabu. Makarova schreibt in ihrer Stellungnahme via Facebook, sie sehe Ähnlichkeiten zur Situation in russischen Medien ab den 2000ern. Die polnischen Journalisten hätten sich leider noch schneller in den Sicherheitsmodus der Selbstzensur begeben als ihre russischen Kollegen damals, resümiert sie.

 

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