Norwegischer Lokalradioverband will UKW-Abschaltung verhindern

Der Verband der norwegischen Lokalradios will die geplante UKW-Abschaltung 2017 noch verhindern. Norwegen hat beschlossen, die landesweiten UKW-Sendernetze und die UKW-Frequenzen in den Großstädten bereits 2017 abzuschalten. Die Lokalradios im übrigen, ländlichen Norwegen sollen 2022 folgen und dann ebenfalls endgültig ins Digitalradio wechseln. Der Verband macht weiterhin Front gegen den Abschaltplan und führt verschiedene Argumente an.

Mitte September präsentierte man ein Rechtsgutachten und will klären lassen, ob die Regierungsentscheidung mit europäischem Recht vereinbar ist. Der Verband beruft sich auf Regelungen zur unternehmerischen Bewegungs- und Ansiedlungsfreiheit im Binnenmarkt, die durch den norwegischen Alleingang betroffen sein könnten. Norwegen ist zwar kein EU-Mitglied, aber wie die Schweiz, Island und Liechtenstein Mitglied der EFTA. Die EFTA-Staaten bilden zusammen mit den 28 EU-Staaten den Europäischen Wirtschaftraum (EWR) als gemeinsame Freihandelszone.

Dazu wird wie zuletzt in Schweden, das sich erstmal von einer angedachten UKW-Abschaltung wieder verabschiedet hat, das Argument angeführt, dass sich ein Wechsel zum Digitalradio negativ auf den Katastrophenschutz auswirken würde. Beim Digitalradio sei in entlegenen Regionen eine schlechtere Versorgung als mit UKW festzustellen. Im Krisenfall sei nicht sichergestellt, dass die ganze Bevölkerung erreicht werden könne, so entstehe ein Sicherheitsrisiko.

In Norwegen sind noch rund 2 Millionen Autos ohne DAB-Radio auf den Straßen. Die Umrüstung gestalte sich gerade bei älteren Modellen und Nutzfahrzeugen wie Bussen und Lastwagen häufiger schwierig. Im Alleingang als erstes Land in Europa UKW abzuschalten sei in einem kleinen Markt wie Norwegen deshalb problematisch, weil Gerätehersteller nicht genug Interesse an passenden Lösungen haben könnten.

 

 

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