Landtag will Volksmusiksendungen auf Bayern 1 erhalten

Das Thema Volksmusik im Bayerischen Rundfunk (BR) beschäftigte gestern sogar den Landtag. Die CSU-Fraktion hatte einen Dringlichkeitsantrag gestellt. Der BR hat angekündigt, dass er ab Pfingsten die Volks- und Blasmusiksendungen, die bisher noch auf seiner UKW-Welle Bayern 1 laufen, in das Digitalradioprogramm BR Heimat verschieben will. Dagegen regt sich Widerstand.

CSU, SPD und Freie Wähler appellierten im Landtag an den BR, zumindest für eine Übergangszeit die Volksmusiksendungen auf Bayern 1 zu erhalten. Einzig von den Grünen kam Unterstützung für die BR-Pläne, da BR Heimat bereits jetzt ein Erfolg sei.

Für Ex-Wissenschaftsminister Thomas Goppel (CSU), seines Zeichens auch Präsident des Bayerischen Musikrats, kommt der komplette Wechsel ins Digitalradio zu früh. Auch Landtags-Vizepräsidentin Inge Aures (SPD) plädiert für einen Erhalt der Volksmusiksendungen auf Bayern 1: „Gerade ältere Mitbürger, die über ihr einfaches Küchenradio Musik hören und bisher noch nicht über die neue Technik verfügen, haben hier das Nachsehen. Die B1-Hörer sind doch die Stammhörer des Bayerischen Rundfunks. Die Volksmusikfreunde jetzt einfach in den Digitalfunk abzuschieben ist doch keine Lösung.“ Der BR ist, wie alle Fraktionen betonten, in seinen Entscheidungen unabhängig. Mit ihrem gemeinsamen Appell bauen die drei Fraktionen aber öffentlichen Druck auf.

Beim BR legt man in einer Stellungnahme Wert darauf, dass man sich gerade nicht von der Volks- und Blasmusik verabschiede, sondern diese Klangfarbe im Gesamtprogramm trotz aktueller Sparzwänge deutlich ausgebaut habe. Mit „BR Heimat“ habe der Sender vor gut einem Jahr eine neue Radiowelle eigens für die Volks- und Blasmusik geschaffen. Volksmusikfreunde könnten dort 24 Stunden täglich ihre Lieblingsmusik hören, statt, wie bisher, nur 50 Minuten werktags auf Bayern 1. Die Sendezeit speziell für Blasmusik habe sich mit dem Start von BR Heimat mindestens vervierfacht. Das Programm erreiche mittlerweile über DAB+ täglich rund 110.000 Hörerinnen und Hörer (Tagesreichweite).

 

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