Kooperationsvereinbarung zwischen MDR SACHSEN und Radio Wrocław

Bereits seit Jahren gibt es intensive Beziehungen zwischen den beiden benachbarten Rundfunkanstalten. Die Vertrags-Unterzeichnung mit Radio Wrocław sei eine logische Konsequenz dieser Zusammenarbeit, so MDR LANDESFUNKHAUS SACHSEN- Direktor Sandro Viroli: “Damit hat die Kooperation eine vertragliche Grundlage und regelt Rechte und Pflichten der jeweiligen Partner”. Beide Sender wollen künftig noch intensiver an grenzüberschreitenden Inhalten arbeiten, vereinbarte er mit Programmdirektor Tomasz Duda von Radio Wrocław.

Die am 23. November 2015 in Wrocław/Breslau unterschriebene Kooperationsvereinbarung regelt unter anderem den Beitrags- und Produktionsaustausch, die Themenabsprache, die gegenseitige technische Unterstützung aber auch einen Mitarbeiteraustausch. Außerdem ist die Schaffung eines binationalen Büros in der Grenzregion angedacht. So könnte das MDR–Büro Görlitz als gemeinsames Studio ausgebaut und als Ausgangspunkt für die künftige Zusammenarbeit genutzt werden.

Mit der Kooperationsvereinbarung mit Radio Wrocław unterhält der MDR nun mit allen öffentlich–rechtlichen Nachbar-Redaktionen in Polen und Tschechien vertragliche Vereinbarungen. Der MDR SACHSEN konzentriert sich vor allem auf die Kooperation mit den grenznahen Redaktionen und Studios in Breslau (PL), Liberec und Usti nad Labem (CZ).

Sendegebäude von Radio Wroclaw

Seit Sommer 2015 produziert MDR 1 RADIO SACHSEN gemeinsam mit Radio Wrocław und dem tschechischen Hörfunksender Česky rozhlas Sever die Sendung “Mensch Nachbar” (zu hören jeden Sonntag 18.00 Uhr bei MDR 1 RADIO SACHSEN). Teile davon sendet Radio Wrocław in seiner Sendung für die deutsche Minderheit “Sami-swoi – Miteinander”.

Die Zusammenarbeit zwischen Radio Wrocław und MDR 1 RADIO SACHSEN wurde bereits mit dem “Deutsch-polnischen Journalistenpreis” ausgezeichnet. Gewürdigt wurde eine gemeinsame Hörfunk-Reportage zum Thema 10 Jahre EU-Osterweiterung.

Und erst vor wenigen Wochen sendete MDR 1 RADIO SACHSEN die Kultursendung “Aufgefallen” live aus einem Studio von Radio Wrocław. Thematisch gebe es viele Schnittpunkte zwischen den beiden Sendern, erklärt Roman Nuck, Projektleiter Tschechien, Polen, Sachsen beim MDR SACHSEN. Beispiele sind der Umgang mit der Braunkohle beiderseits der Grenze, die Partnerstädte Dresden – Breslau und Görlitz – Zgorzelec, die Kulturhauptstadt Breslau, aber auch die gemeinsame niederschlesische Geschichte. Doch auch Themen wie Wirtschaft, Verkehr oder auch Kriminalität machen an den Grenzen nicht Halt und interessieren Polen wie Deutsche. Und viele Sachsen fiebern derzeit mit bei der Suche nach dem sogenannten Goldzug von Wałbrzych/Waldenburg, einen angeblich verschollenen Schatz der Nazis.

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