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Irland verabschiedet sich von DAB

Die Entwicklung von DAB+ in Europa bleibt widersprüchlich. Norwegen hat UKW weitgehend abgeschaltet, beim Nachbarn Finnland ist DAB+ hingegen gar kein Thema. Ähnlich sieht es nun auf den Britischen Inseln aus, während sich das terrestrische Digitalradio in Großbritannien wachsender Beliebtheit erfreut, steigt Irland aus. Der Irische Rundfunk (RTÉ) hat diese Woche seinen Abschied von DAB – Irland setzte wie Großbritannien noch auf den Vorgängerstandard ohne Plus im Namen – angekündigt. Die öffentlich-rechtliche Sendeanstalt wird ihr landesweites Netz abschalten und ihre reinen Digitalprogramme RTÉ 2XM, RTÉ Pulse, RTÉ Gold, RTÉjr Radio und RTÉ Radio 1 Extra einstellen.

RTÉ begründet den Schritt damit, dass man im Zeitraum von 2020 bis 2023 60 Millionen Euro einsparen müsse. Dazu soll – wie irische Medien berichten – auch ein deutlicher Stellenabbau beitragen. Die Klassikwelle Lyric FM wird zudem von Limerick nach Dublin und Cork verlagert.

Für das Digitalradio DAB sieht es damit in Irland zappenduster aus, denn vor einiger Zeit hatten sich bereits die kommerziellen Sender komplett zurückgezogen. Einen kleinen Hoffnungsschimmer für die Besitzer von DAB-Radiogeräten in Irland gibt es noch, denn der Rocksender Radio Nova hat mittlerweile Interesse an den frei werdenden Plätzen bekundet. Das Programm aus Dublin strebt schon länger eine landesweite Verbreitung an. Seine wiederholten Versuche die Ausschreibung einer weiteren UKW-Kette zu initiieren, fanden allerdings bei den irischen Medienwächtern bislang kein Gehör. Es bleibt allerdings abzuwarten, ob Radio Nova wirklich alleine das irische DAB-Netz übernehmen möchte.

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