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Zukunft des Radios zwischen Optimismus und Schwarzseherei
„Radio 2010 am Ende?“, fragte die Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) anlässlich ihres Radioworkshops 2008 und zeichnete für die Radiozukunft ein eher trübes Bild. Damit ist die Bundeszentrale nicht allein. Auch anderenorts beschleicht den Beobachter das Gefühl, dass fast 90 Jahre nach dem Start des Radios nun dessen Ende eingeläutet wird, wenn Wissenschaftler und Radiopraktiker sich Gedanken über die Zukunft des Radios im digitalen Zeitalter machen. Ein Hauptgrund dafür ist die rückläufige Bindung der Jüngeren an das Medium Radio. Dieser Rückgang betrug in den letzten sieben Jahren bei der Altersgruppe der bis 24-Jährigen immerhin 10 Prozent. Aber wie beständig ist das Radio wirklich? Ist es tatsächlich der Dinosaurier in der neuen digitalen Medienwelt? Immerhin, und dies spricht für das Radio, hat es während seiner langen Geschichte schon des Öfteren Rückschläge überstanden, wie beispielsweise das Aufkommen des Fernsehens oder die Popularität des Musiksenders MTV.

Die TLM stellt sich im Jahr 2009 verstärkt die Frage nach der Zukunftsfähigkeit des Radios. Anlass bieten einerseits die aktuellen Zahlen derjenigen Online-Nutzer, für die der Radioempfang über das Internet bereits zur Normalität geworden ist. Nach der „SWR-Trend“-Befragung 2008 sind dies bereits 30 Prozent der 14- bis 24-jährigen sowie 26 Prozent der 25- bis 39-jährigen Internet-User. Andererseits wird das Thüringer Bürgerradio in den Städten Erfurt, Weimar und Jena 10 Jahre alt. Den Auftakt macht der Offene Kanal Jena im März diesen Jahres, gefolgt von Radio Funkwerk, Radio F.R.E.I. und Radio LOTTE. Pünktlich zum 10-jährigen Jubiläum von Radio Funkwerk startet die TLM das erste Offene Kinderradio in Erfurt und in Weimar. Zusätzlich veranstaltet sie am 9. Juni 2009 einen Radiozukunftsworkshop, wo Radiomacher und Visionäre die neuen Formate, Konzepte und Technologien diskutieren.

Die Thüringer Bürgerradios haben die sich verändernden Medienwelten bereits fest im Blick. Mit Livestream und Podcast tragen sie den zeitsouveränen und individuellen Mediennutzungsbedürfnissen der Jüngeren Rechnung. Auf den Internetseiten der TLM (www.tlm.de/tlm/buergerrundfunk) und der Mediathek Thüringen (www.mediathek-thueringen.de) können alle Internetnutzer über ihren PC, ihr Handy oder ihr Webradio die Vielfalt des Thüringer Bürgerrundfunks hautnah miterleben. Und eines scheint sicher, mit dem Ausbau schneller Internetzugänge in den ländlichen Regionen steigt nahezu täglich die Anzahl neuer potentieller Hörer.

Jochen Fasco, Direktor der TLM, sieht auch zukünftig im Radio unabhängig vom Verbreitungsweg ein massenattraktives Medium, welches den Hörer durch den Tag begleitet. „Durch die Differenzierung des Angebots wird es gelingen, bei den jungen und mittleren Altersgruppen die Hörerbindung zu erhöhen. Segmentierte Hörerangebote sind ein Weg für die Zukunft des Radios.“

Dieser Artikel wurde editiert am 05.02.2009, 08:46:00 Uhr von unserem Redakteur Stephan Fischer
   
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