hr-Moderatorenlegende Werner Reinke feiert 70. Geburtstag

Nach dem Krieg und vor dem Rock’n‘Roll
70 Jahre alt ist Reinke höchstens auf dem Papier. Seine vitale Präsenz, seine unerschütterliche Freude am Leben und Arbeiten vermitteln sich Hörern wie Kollegen in jeder Minute. „Ich bin der privilegierteste Mensch auf Erden“, sagt er voller Überzeugung und liefert gleich die Erklärung dazu: „Ich bin kurz nach dem Krieg geboren, von da an ging es immer nur aufwärts. Wann gab es in der

Bild: hr/Privat

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Geschichte jemals so eine lange Friedensperiode in Europa!“ Genauso wichtig: Er hat noch bewusst „The days before Rock’n‘Roll“ erlebt, wie es Van Morrison in seinem gleichnamigen Song beschreibt und damit über 60 Jahre Pophistorie von Anfang an mitbekommen. „Ein unfassbares Glück“ habe er immer gehabt, auch wenn er von Tiefschlägen wie dem ersten Herzinfarkt mit 48 Jahren oder zwei gescheiterten Ehen nicht verschont blieb. Etwas nachdenklicher ist Reinke vielleicht geworden, aber er glaubt fest daran, dass sein Lebensgrundsatz ihn fit hält: „Ich lebe so lange, weil ich immer ein gut gelauntes Kerlchen war und bin.“

Vor 45 Jahren zum ersten Mal am hr-Mikrofon
Die Sendungen und die Programme mögen immer mal wieder gewechselt haben, die Leidenschaft fürs Radiomachen ist geblieben. Werner Reinke moderiert regelmäßig in hr1 die Sendung „Reinke am Samstag“, die von 9 bis 12 Uhr für viele Radiohörer zum festen Bestandteil des Wochenendes gehört. Mit seiner unverwechselbaren Stimme und seinem unerschöpflichen Wissen über Popmusik sind Generationen von Radiohörern weit über Hessen hinaus aufgewachsen. Der legendäre Moderator, der seine Radiokarriere in den sechziger Jahren bei Radio Bremen begann, ist bereits seit Anfang der 70er Jahre eine der prägenden Stimmen des Hessischen Rundfunks, lange Zeit in hr3, seit sieben Jahren bei hr1.

Bild: hr/Kurt Bethke

Bild: hr/Kurt Bethke

Lebenswerk gekrönt
Insgesamt hat Werner Reinke schon weit mehr als 10.000 Sendungen gemacht, die legendäre „Hitparade International“ präsentierte er genau 777-mal. Die Liste seiner Gäste liest sich dabei wie ein „Who’s who“ der Popmusik: Von Tom Jones bis Ina Müller, von Katie Melua über David Bowie bis Tom Jones hatte er sie alle im Studio. Eine so prominente Sängerin wie Annett Louisan hat er in unseren Breitengraden erst so richtig bekannt gemacht, mit Künstlern wie Stefan Gwildis oder Peter Maffay verbindet ihn mehr, als gemeinsam ein Bier trinken zu gehen. So viel Leidenschaft, Kompetenz und Können erfuhren dann 2012 die offizielle Krönung: Der „Deutsche Radiopreis“ des Grimme-Instituts ging an Werner Reinke, in der Kategorie – natürlich – „Bester Moderator“.

Bild: hr/Nicole Kohlhepp

Bild: hr/Nicole Kohlhepp

Typisch Werner Reinke. Die Radiolegende saß auch an ihrem 70. Geburtstag im hr1-Studio. Zwar nicht als Moderator, aber als Gast der zweistündigen Live-Sendung „hr1-Talk“. Die Gespräche und Promi-Glückwünsche aus der Sendung gibt es zum Nachhören auf der Seite von hr1.

 

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