“Freunde von afk M94.5 e.V.” nimmt zum drohenden Frequenzverlust Stellung

Am vergangenen Freitag, den 2. Dezember, wurde uns mitgeteilt, dass wir, afk M94.5, ab dem 15. April 2017, nach über 20 Jahren, möglicherweise unsere UKW-Frequenz verlieren könnten. Der Hörfunkausschuss und der Medienrat der BLM tagen voraussichtlich im Februar 2017 über die endgültige Entscheidung. Wir, der Förderverein „Freunde von afk M94.5 e.V.“, können einen Verlust der Frequenz in keiner Weise unterstützen oder auch nur gut heißen, da das weitreichende negative Folgen für afk M94.5 und die gesamte Medienlandschaft in Bayern hätte.

Die einzigartige Erfolgsgeschichte des Aus- und Fortbildungskanals M94.5 ist direkt mit UKW-Frequenz verbunden und damit mit dem Bewusstsein, dass das eigene Programm von einer großen Zahl Außenstehender gehört und wahrgenommen wird. Die Möglichkeit einer vollwertigen Aus- und Fortbildung unter realen Bedingungen kann afk M94.5 nur mit seiner UKW-Frequenz aufrecht erhalten.

Das bestätigte auch BLM-Präsident Siegfried Schneider am 08. April 2014: „Wir lassen live zu. Das heißt: Es wird gesendet, nicht irgendwo, auf einem versteckten Kanal, sondern einer UKW-Frequenz. […] Wo man die Dinge, die man macht, auch zu hören bekommt. Das ist nicht allein Spaß, sondern es ist immer Echtzeit. […] Das ist wichtig, dass ich das nicht nur als Trockenübung mitmache, sondern dass ich mein Produkt auch zum Hören und zum Sehen bringe.“
(Siegfried Schneider über afk M94.5, 2014)

Dieser bisherige, große Unterschied gegenüber vielen anderen Ausbildungsangeboten, die oft nur als Webstream existieren, sorgt seit mehr als 20 Jahren dafür, dass die Medienausbildung bei afk M94.5 qualitativ auf einem konstant hohen Niveau stattfinden kann. Die Liste der Ehemaligen, die dank ihrer guten Ausbildung bei afk M94.5 in der deutschen Medienlandschaft Fuß fassen konnten ist lang und spricht für die Arbeit von afk M94.5. Um ein paar Namen zu nennen: Jochen Breyer vom ZDF, Torsten Teichmann, der zukünftige ARD-Korrespondent in Washington, Grimmepreisträger Philipp Walulis, Kindermoderator Willi Weitzel, gmx.de- und web.de-Schlussredakteur Michael Wollny, „Die Anstalt“-Gastgeber Claus von Wagner oder Ruth Rufmann von Sport 1. Journalisten, die ihr Handwerk von der Pike auf bei afk M94.5 gelernt haben, arbeiten nicht nur beim Radio, sondern auch beim Fernsehen und vor allem in den Digitalmedien. Bei uns werden die Medienmacher von morgen ausgebildet! afk M94.5 ermöglicht professionelles Arbeiten, deren Bestandteil auch die UKW-Frequenz ist. Nur so ist es möglich, das heute M94.5-Almuni in allen Bereichen der Medien Fuß fassen konnten.
Damit ist afk M94.5 eine tragende Säule für den Medienstandort Bayern. Um diesen auch zukünftig zu sichern, bedarf es qualifizierter Nachwuchskräfte und genau diese liefert afk M94.5.

„Dadurch, dass ich gelernter Lehrer bin, ist es – denke ich – schon nachvollziehbar, dass ich auf Aus- und auf Fortbildung großen Wert lege. […] Wir können Qualität nicht einfordern, wenn wir nicht zuerst in die Qualität der Ausbildung investieren.“
(Siegfried Schneider über die Medienausbildung in Bayern, 03.02.2012)

Der Entzug der Frequenz würde diese Ausbildungsarbeit der afk M94.5-Redaktion um ein Vielfaches erschweren. Akkreditierungen zu relevanten Pressekonferenzen und Veranstaltungen würden nicht mehr ohne Weiteres gewährt werden. Die zahlreichen Kooperationen mit Veranstaltern, Vereinen und Institutionen wären in der jetzigen Situation nicht mehr möglich, was auch Auswirkungen auf die Münchner Kulturlandschaft hätte.

Ohne die nötige Plattform, die eine UKW-Frequenz bietet, würde sich die gute Zusammenarbeit mit Künstlern und Plattenfirmen erheblich erschweren. Damit würde afk M94.5 sein Herzstück verlieren. Zwei Monate zwischen der endgültigen Entscheidung im Februar und dem möglichen Frequenzverlust im April, reichen nicht aus im ein alternatives Konzept für afk M94.5 zu entwickeln. Der Sender wird – Stand jetzt – mit den Folgen dieser Entscheidung allein gelassen. Die Redaktion von afk M94.5 müsste binnen kürzester Zeit eine komplett neue Marke aufbauen. Das reicht von der Umbenennung – ohne die UKW-Frequenz 94,5-MHz macht der Name keinen Sinn mehr – bis hin zur kompletten Umstrukturierung hin zu einem DAB+ -Web-Angebot. Sender, die nicht auf UKW ausstrahlen, können an diesem überlaufenen Markt nur bestehen, wenn sie sich streng kommerziell, sprich werbefinanziert, ausrichten.

„Vor allem für lokale und regionale Hörfunkanbieter stellt das eine sehr hohe und im Grunde nur schwer leistbare Finanzierungshürde dar.“ (Kolumne von Siegfried Schneider am 10.05.2016 über die notwendigen Maßnahmen zur Weiterentwicklung von DAB+).

Die Konkurrenz am digitalen Markt ist sehr groß und nur durch Werbung kann ein Radiosender heute eine relevante Anzahl an Hörern generieren. Zudem beweist die im November 2016 veröffentlichte JIM Studie, dass 75% der jungen Menschen, also die Kernzielgruppe von afk M94.5, Radio nicht über DAB+ oder über das Internet hören, sondern über den terrestrischen Empfang via UKW. Darüberhinaus ist die klassische Radionutzung über UKW im Jahr 2016 generell angestiegen, wohingegen der Empfang über DAB+ weiter abgenommen hat.

Die BLM beschreibt ihre Aufgaben nach außen hin mit vier Säulen: gestalten, fördern, forschen und informieren. Der Säule „fördern“ sind die Aus- und Fortbildungskanäle – und damit auch afk M94.5 – zugeordnet. afk M94.5 die Frequenz zu entziehen, würde einen massiven Widerspruch zwischen der Aufgabe und dem Handeln der BLM darstellen.

Der Förderverein „Freunde von afk M94.5 e.V.“ glaubt deshalb, dass ein Verbleib der UKW-Frequenz 94,5 MHz bei afk M94.5, für alle Beteiligten und für die Medienausbildung in Bayern die beste Lösung ist. Dafür treten wir im Namen der afk M94.5-Redaktion ein und fordern, dass die notwendigen strukturellen Voraussetzungen geschaffen werden um eine ganzheitliche und zukunftsorientierte, trimediale Ausbildung zu ermöglichen.

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