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Die Schweizer Radioquoten für das zweite Quartal 2017 sind da

Zweimal im Jahr veröffentlicht Mediapulse die offiziellen Nutzungszahlen des Schweizer Live-Radiokonsums via Kabel, UKW, DAB+ und Webradio der in der Schweiz wohnhaften Bevölkerung ab 15 Jahren. Heute wurden die Zahlen fürs 2. Semester 2017 präsentiert.

Die Programme der öffentlich-rechtlichen SRG SSR erreichen einen gemeinsamen Marktanteil von 64,5 Prozent. SRF1 liegt in der Hörergunst mit 31,2 Prozent weit in Führung und konnte leicht zulegen, es folgt SRF3 mit 15,5 Prozent Marktanteil und die nur digital verbreitete SRF Musikwelle mit 7,25 Prozent. SRF2 Kultur rangiert bei 3,3 Prozent, die digitalen Programme SRF4 News (0,8 Prozent MA) und das Jugendradio SRF Virus (0,3 Prozent MA) liegen unverändert dahinter. Auch die schweizweiten Digitalprogramme Radio Swiss Pop (2,65 Prozent), Radio Swiss Classic (1,3 Prozent) und Radio Swiss Jazz (0,55 Prozent) haben eine stabile Hörerschaft.

Energy Zürich kann Marktführerschaft bei Privatradios ausbauen
Die Privatradios kommen zusammengenommen auf einen Marktanteil von 30,8 Prozent und verlieren im Jahresvergleich leicht. Innerhalb dieser Kategorie liegt Energy Zürich (2,44 Prozent MA) weiter vor dem Stadtrivalen Radio 24 (2,1 Prozent) und ist zum fünften Mal in Folge das meistgehörte Privatradio der Deutschschweiz. Der Sender von Ringier und NRJ musste aber sowohl im Vergleich zum vorherigen Semester, als auch zum Vorjahr Verluste hinnehmen. Während die meisten Sender einen Rückgang verbuchen müssen, konnte das Ostschweizer Radio FM1 zulegen. Gegenüber dem Vorjahressemester
stieg die Zahl der täglichen Hörerinnen und Hörer (Mo-So, ab 15 Jahre) um über 2 Prozent auf 229.000 (2,35 Prozent Marktanteil). Der Sender ist damit die neue Nummer Zwei unter den Schweizer Privatradios. In der Ostschweiz liegt FM1 damit auch klar vor dem SRG-Programm SRF3. FM1-Geschäftsführer André Moesch nennt als Grund für den Aufwärtstrend: “FM1 ist ganz nah bei seinen Hörerinnen und Hörern, ohne sich anzubiedern.”

4,7% der Hörer in der Deutschschweiz gehen weiterhin in Sachen Radio fremd und hören ein Radioprogramm aus dem Ausland. 1,7 Prozent hören ein SRG-Programm aus der Romandie oder dem Tessin.

Quellen: Mediapulse Radiopanel / Media Reporter Radio, DS / SR / SI, Personen 15+, total Radio, 2. Semester 2017, Mo-So 24h, Alle Angaben im Text ohne Gewähr.

Frankophone Schweizer hören weniger Radio
5,9 Millionen Personen ab 15 Jahren werden in der Schweiz an einem Durchschnittstag durch das Medium Radio erreicht. Dies entspricht einem Bevölkerungsanteil von knapp 84 Prozent. Die Dauer des Radiokonsums liegt in der Deutschschweiz und in der Svizzera italiana deutlich über derjenigen in der Suisse romande. Dies belegen die Zahlen des Mediapulse Radiopanels für das zweite Semester 2017.
Das Radio untermauert auch im zweiten Halbjahr 2017 seinen Status als Reichweitenmedium und kann es dabei sogar mit dem Internetaufnehmen. Gemäss der Studie NET-Metrix-Base nutzen derzeit 90 Prozent der Bevölkerung ab 14 Jahren das Internet zumindest gelegentlich und 80 Prozent tun dies täglich. Mit dem Radio kommen in der Deutschschweiz pro Tag 85 Prozent der Personen ab 15 Jahrenin Kontakt. In der Suisse romande liegt die entsprechende Durchdringung mit 82 Prozent unter dem Wert der grössten Sprachregion, in der Svizzera italiana mit 87 Prozent leicht darüber. Im Trendvergleich zum 2. Semester 2016 belegen die aktuellen Zahlen einen Rückgang derRadio-Reichweiten in allen dreiSprachregionen um jeweils etwa einen Prozentpunkt.
Die durch das Radio realisierten Kontakte sind alles andere als flüchtig. Dies belegen dieWerte desMediapulse Radiopanels zur täglichen Nutzungsdauer. Personen, die sich dem Radio zuwenden, verbringen in der Deutschschweiz und in der Svizzera italiana im Schnitt 114 Minuten, also knapp 2 Stunden, mit der Nutzung der verschiedenen Radiosender. DieHörer in der Suisse romande haben ihren traditionell niedrigeren Radiokonsum im Vergleich zum 2. Semester 2016 nochmals um 3 Minuten reduziert und kommen nun auf eine tägliche Hördauer von 96 Minuten. Im Gegensatz dazu bleibt das Nutzungsvolumen in der Deutschschweiz im Vergleich zur Vorjahresperiode stabil. Stabile Verhältnisse zeigen sich auch beim Blick auf die Marktanteile der einzelnen Sendergruppen.
Die Sender der SRG SSR führen das entsprechende Rankingin allen drei Landesteilen an: in der Svizzera italiana mit 74 Prozent, in den anderen beiden Landesteilen mit jeweils 64 Prozent Marktanteil. Jenseits der SRG SSR-Sender dominieren die einheimischen Privatradios über die ausländische Konkurrenz. In der Deutschschweiz entfällt mit einem Marktanteil von 31 Prozent fast jede dritte Nutzungsminute auf die Schweizer Privatradios. In der Suisse romande ist es gut jede vierte Minute (26 Prozent) und in der Svizzera italiana fast jede fünfte Minute (18 Prozent). Ausländische Radioshaben imVergleich dazu einen schweren Stand. Deren Marktanteil bewegt sich zwischen 5 Prozent in der Deutschschweiz und 10 Prozent in der franz ösischsprachigen Schweiz.

 

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