Die Gewinner der Radiopreise beim PRIX EUROPA

Am Freitagabend wurden im Großen Sendesaal des Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb) zum 30. Mal die PRIX EUROPA Medienpreise vergeben.

Der Preis in der Kategorie Radiodokumentation ging nach Dänemark – „Queen of the Night“ erzählt die Geschichte einer Frau, die einen ganz besonderen Fetisch für männliche Orchestermusiker hat.

Mit den Recherchen zu „Documentary on One: The Case That Never Was“ heimsten die Iren von RTÉ Radio 1 nicht nur die Auszeichnung als beste Radioinvestigation ein, sondern beeinflussten auch die Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs in einem Fall zum internationalen Arbeitsrecht.

Im Hörspiel überzeugte Estland die Jury mit der existentialistischen Klangkomposition „Things“ und auch die beste Hörspielserie, „Young Beautiful Monsters“ aus Belgien, verwebt Stimmen und Sound zu einem Kunstwerk.

Wussten Sie, dass Philip Glass bis zum Alter von 42 Jahren als Taxi-Fahrer in New York arbeitete? „Philip Glass: Taxi Driver“, das britische Gewinnerstück im Bereich Radio-Musik, nimmt die Hörer mit in dieses spannende Paralleluniversum des erfolgreichsten zeitgenössischen Komponisten Amerikas.

Deutschsprachige Produktionen
Für zwei deutschsprachige Produktionen gab es eine besondere Erwähnung. Der „Atlas der abgelegenen Inseln“ vom Schweizer Radio SRF wurde in der Kategorie Hörspiel gewürdigt. Der Zürcher Regisseur Thom Luz brachte Judith Schalanskys kartografische Entdeckungsreise erst auf die Theaterbühne und schließlich als Hörspiel ins Radio. Das Deutschlandfunk-Feature „Bis dass der Klang euch scheidet“ über Komponistenpaare wie Clara und Robert Schumann erreichte den zweiten Platz in der Kategorie Radio-Musik.

In der neuen Kategorie Digital Audio gewannen die Dänen mit der Podcast-Serie „The Ringbinder Assassin“ über einen ungeklärten Mordfall aus den 80er Jahren. Eine besondere Erwähnung ging an den Radio Atlas. Das Projekt der Britin Eleanor McDowall versieht internationale Radioproduktionen mit englischsprachigen Untertiteln und macht sie so einem weiteren Hörerkreis zugänglich.

Dem besten Online-Projekt des Jahres gelingt es, dem Nutzer neue Welten zu eröffnen: das französische Virtual Reality Projekt „Notes on Blindness“ macht emotional und kognitiv erlebbar, wie es ist, blind zu sein. Der brandneue Community Award, über den im Internet abgestimmt werden konnte, ging an das finnische Echtzeit-Rollenspiel #Livetitanic“, welches auf Twitter die Geschichte des berühmtesten Schiffbruchdramas der Welt mit fiktiven Charakteren nacherzählt.

Der Lifetime Achievement Award für besondere Verdienste in der europäischen Medienlandschaft ging im Jubiläumsjahr erstmals nicht an eine Person, sondern an den europäischen Kulturkanal ARTE. Der Sender feiert 2016 sein 25-jähriges Bestehen seit der Unterzeichnung des Gründungsvertrages am 30.4.1991 und wird für seine Verdienste um den kulturübergreifenden Dialog und das Zusammenwachsen Europas ausgezeichnet.

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