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Deutscher Radiopreis 2019: Die Gewinner stehen fest

Die Gewinnerinnen und Gewinner des Deutschen Radiopreises stehen fest. Am Mittwochabend (25. September) sind in Hamburg die herausragenden Radiomacherinnen und -macher sowie Hörfunkproduktionen des Jahres 2019 in zwölf Kategorien ausgezeichnet worden. 154 Programme hatten sich mit insgesamt 442 Einreichungen am Wettbewerb beteiligt, der in diesem Jahr zum zehnten Mal ausgelobt wurde. Ehrengast der Jubiläumsgala in der Elbphilharmonie war Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. Für einen glanzvollen musikalischen Rahmen sorgten Stars wie Simply Red, Herbert Grönemeyer, Udo Lindenberg, Mark Forster, Lena Meyer-Landrut, Nico Santos und Khatia Buniatishvili. Prominente Laudatorinnen und Laudatoren wie Marietta Slomka, Julia Jäkel, Andrea Sawatzki, Sönke Wortmann und Dominic Raacke überreichten die Preise an die Ausgezeichneten, die eine unabhängige Jury des Grimme-Instituts ausgewählt hatte.

Und das sind die Preisträger (mit Begründungen der Jury):

Beste Moderatorin

Carmen Schmalfeldt und Steffen Lukas mit Laudator Jörg Schüttauf (l.), Bild: Deutscher Radiopreis/Morris MacMatzen

Carmen Schmalfeldt
Radio Leverkusen

„Radio Leverkusen am Morgen“
Radio ist ihre Berufung. Sie sieht sich als Vertraute der Hörer, die mitreißt, überrascht, komisch ist, und die nicht enttäuscht. Sie nimmt ihre eigenen Alltagsgeschichten mit ins Studio. Sie schöpft daraus Themen und Geschichten am eigentlich einsamen Platz vor dem Mikrofon und bietet so allererste Radiogüte.

Bester Moderator

Steffen Lukas
RADIO PSR

„Die Steffen Lukas-Show“
Mit Steffen Lukas wird in diesem Jahr der Anchor der Morgenshow von Radio PSR ausgezeichnet. Seit 25 Jahren begleitet er die Hörer humorvoll, stilsicher, mit Haltung und mit wunderbar sächsischem Einschlag in den Tag. „Die Steffen Lukas Show“ ist eine Institution – mit einem Moderator, der spontan geblieben ist und immer noch mit hörbar großer Freude und diversen „Sachsensongs“ die Primetime des Leipziger Radiosenders gestaltet.

Bester Newcomer

Verena Fi und Christoph Lindemann, die den Preis stellvertretend entgegen nahmen, mit Laudatorin Nazan Eckes (l.), Bild: Deutscher Radiopreis/Morris MacMatzen

Roger Rekless
Bayern 3

„Bayern 3 Spätschicht präsentiert von PULS“
Es gibt viele Gründe, David Mayonga alias Roger Rekless mit Begeisterung zuzuhören. Seine Sprache ist bildhaft, sein Hintergrundwissen breit, seine Liebe zur Musik frei von Genre-Grenzen. Gästen und Publikum bringt er in jeder seiner Moderationen Wertschätzung und ehrliches Interesse entgegen. Er brilliert mit seinem authentischen, unverwechselbaren Stil und überzeugt durch Wortwitz, mit Haltung und auf Augenhöhe. Er ist ein Hoffnungsträger unserer Radiolandschaft.

Beste Comedy

Dirk Haberkorn und Boris Meinzer mit Laudator Mark Forster (m.), Bild: Deutscher Radiopreis/Morris MacMatzen

HIT RADIO FFH
Dirk Haberkorn und Boris Meinzer
„Achtung Alexa“

Radio FFH macht Alexa zum Lockvogel am Telefon und serviert beste Comedy mit einer frischen Idee. Alexa versteht alles falsch und richtet Chaos an. Die Comedy besticht durch den plausiblen Plot, auf den die Angerufenen hereinfallen und so zum Opfer von Alexa werden. Aber auch sie amüsieren sich köstlich, zum Teil noch während sie in der Telefonfalle sitzen. Wir am Radio kommen aus dem Lachen nicht heraus und fragen uns gleichzeitig, wer Alexa im Ernstfall stoppen könnte. Wobei wir nicht wissen, ob Alexa Spaß versteht.

Beste Innovation

Marc Haberland und Vivian Pickelmann mit Laudatorin Andrea Sawatzki (m.), Bild: Deutscher Radiopreis/Morris MacMatzen

104.6 RTL
Marc Haberland und Vivian Pickelmann
„SWOP“

Die Morningshow hören und das Musikprogramm selber aussuchen. Bisher eine Traumvorstellung. 104.6 RTL und die RTL Radiogruppe sind diesem Traum mit „SWOP“ ein erhebliches Stück näher gekommen. Zu jedem Titel werden via App und einem Knopfdruck oder Audiobefehl fünf gleichzeitig laufende musikalische Alternativen angeboten. Am Ende eines Titels werden Wortprogramm und Hörer automatisch zusammengeführt. Der Hörer verpasst nichts.

Beste Morgensendung

Andreas Kuhlage und Jens Hardeland mit Laudator Sönke Wortmann (r.), Bild: Deutscher Radiopreis/Morris MacMatzen

N-JOY vom NDR
Andreas Kuhlage und Jens Hardeland

„Die N-JOY Morningshow“
N-JOY gelingt es mit seiner Morgensendung seit vielen Jahren ein hörenswertes Premium-Produkt abzuliefern. Das alleine verdient großen Respekt. Andreas Kuhlage und Jens Hardeland spielen sich die Bälle wie selbstverständlich zu, geben einander Raum, auch das will gelernt sein. Sich nicht allzu ernst nehmen, jedoch ernsthaft bei politischen Themen Haltung zeigen, mit immer neuen Ideen zu glänzen und dazu noch musikalisch zu begeistern, all das schafft eine nachhaltige Kundenbindung. Chapeau N-JOY, da kommt Freude auf, nicht nur bei der Jury!

Beste Programmaktion

Mike Thiel und Johannes Ott mit Laudator Dominic Raacke (l.), Bild: Deutscher Radiopreis/Morris MacMatzen

Radio Gong 96.3
Johannes Ott und Mike Thiel

„Gong 96.3 Team Taxi: Das Taxi von Frauen für Frauen“
Das Projekt „Taxi von Frauen für Frauen“ stellt die besondere Stärke des Lokalradios sehr eindrücklich unter Beweis. Radio Gong 96.3 zeigt, dass man mit einer klugen Aktionsidee nicht nur auf ein aktuelles lokales Ereignis reagieren kann. Hier werden praktische Lösungsansätze gemeinsam mit Akteurinnen und Akteuren vor Ort und den Hörerinnen und Hörern erarbeitet. Die Sicherheit von Frauen im Taxi und die Möglichkeit von Frauen, sich als Taxifahrerin beruflich neu zu erfinden, sind Kern der Aktion. Eine Idee mit Vorbildfunktion und großer Nachhaltigkeit.

Beste Reportage

Holger Senzel mit Laudatorin Marietta Slomka (l.), Bild: Deutscher Radiopreis/Morris MacMatzen

NDR Info
Holger Senzel

“Unter Schlamm begraben – Spurensuche in Petobo“
Die Stärke dieser Reportage ist Holger Senzels ruhige, eindringliche Art der Beschreibung. Der ARD-Hörfunkkorrespondent steht mitten im Katastrophengebiet und schildert, wie Wasser und Schlamm Häuser zerstört und Existenzen vernichtet haben. Er veranschaulicht das Leid der Menschen, ohne es explizit benennen zu müssen. Seine Eindrücke lassen den Hörer mitfühlen – auch über die Reportage hinaus.

Beste Sendung

Ralf Laskowski und Lennart Hemme mit Laudator Florian Lukas (r.), Bild: Deutscher Radiopreis/Morris MacMatzen

Radio Emscher Lippe
Lennart Hemme und Ralf Laskowski

„Deutschlands tiefste Morgensendung“
So muss Lokalradio gemacht werden. Zum Ende der Steinkohle-Ära im Ruhrgebiet hat Radio Emscher Lippe sein Studio einfach vor Ort – in die Grube Prosper Haniel, 1.200 Meter unter Tage – verlegt. An diesem ungewöhnlichen Ort entstand eine beeindruckende Sendung. Kompetente Gäste, ein ernsthafter aber nie dramatisierender Moderator, ein informatives Quiz zum Bergbau und emotionale Live-Acts.

Bester Podcast

Ralf Zinnow und Christoph Lemmer mit Laudator Frank Thelen (m.), Bild: Deutscher Radiopreis/Morris MacMatzen

ANTENNE BAYERN
Christoph Lemmer und Ralf Zinnow
„Geheimakte Peggy“

„Geheimakte Peggy“ ist souverän recherchiert, gut erzählt, dialogisch und seriell aufgebaut. Der Podcast erzählt die Geschichte der neunjährigen Peggy, die am 7. Mai 2001 verschwand. Christoph Lemmer durchleuchtet nach jahrelangen Recherchen Widersprüche und Irrtümer bei den polizeilichen Ermittlungen. Im Dialog, mit Originaltönen, Zitaten, Gerichtsdokumenten und musikalischen Elementen wird Peggys kurzes Leben voller Einsamkeit und Missbrauch nacherzählt. „Geheimakte Peggy“, ein preiswürdig produzierter Podcast, der berührt und verstört, dicht und eindringlich ist ohne aufdringlich zu sein.

Bestes Interview

Nicole Ritterbusch und Mario Neumann mit Laudatorin Dörte Hansen (l.), Bild: Deutscher Radiopreis/Morris MacMatzen

Bremen Zwei
Mario Neumann und Nicole Ritterbusch

„Gesprächszeit“
Jeder Mensch hat eine Geschichte zu erzählen. So lautet das Motto eines spannenden Interview-Experiments der Redaktion von Bremen Zwei. Menschen diese Geschichten auch zu entlocken, ist ein Kunststück, das dem Team um Moderator Mario Neumann bravourös gelingt. Als Einladung zum Gespräch dient ein Schild mit der Aufschrift „Eine Stunde reden?“, das die Journalisten auf dem Bahnhofsvorplatz hochhalten. Ohne weitere Vorbereitung und Recherche schafft Mario Neumann für seine spontanen Studiogäste eine angenehme und warmherzige Gesprächsatmosphäre, die dazu motiviert, frei und offen aus dem eigenen Leben zu berichten. Eine herausragende und preiswürdige Leistung.

Bestes Nachrichten- und Informationsformat

Ilka Knigge und Thilo Jahn mit Laudatorin Julia Jäkel (m.), Bild: Deutscher Radiopreis/Morris MacMatzen

Deutschlandfunk Nova
Thilo Jahn und Ilka Knigge

„Update“
Über die Präsentation der Nachrichten des Tages geht das „Update“ weit hinaus. Hörerinnen und Hörer dürfen an jedem Werktag ab 18 Uhr die relevanten Themen einer jungen Zielgruppe erwarten: gut recherchiert, umfassend eingeordnet und bissig kommentiert. Das Team verbindet fundierte Information mit anspruchsvoller Unterhaltung. Zur zeitgemäßen Anmutung gehört auch der selbstverständliche Austausch über die Sozialen Medien. Deutschlandfunk Nova beweist mit dem „Update“ täglich zwei Stunden lang – bei gleichbleibend hoher Qualität – ein wichtiges Stück Faktentreue und zeigt „Fake News“ die rote Karte.

Barbara Schöneberger moderierte die Jubiläumsgala des 10. Deutschen Radiopreises in der Hamburger Elbphilharmonie. 68 öffentlich-rechtliche und private Radiosender in ganz Deutschland übertrugen die von Barbara Schöneberger moderierte Show live. Im Internet lief die Verleihung als Livestream auf www.deutscher-radiopreis.de. Erstmals kommentierten Birgit Hahn (Radio Hamburg) und Sebastian Winkler (BAYERN 3) die Gala für die Radiohörerinnen und -hörer. Die Aufzeichnung ist zudem zeitversetzt in Dritten Fernsehprogrammen der ARD zu sehen.

Stifter des Deutschen Radiopreises sind die Hörfunkprogramme der ARD, Deutschlandradio und die privaten Radiosender in Deutschland. Gesellschafter sind die Radiozentrale – eine gemeinsame Plattform privater und öffentlich-rechtlicher Sender zur Stärkung des Hörfunks – und die NDR Media, die Vermarktungsgesellschaft des NDR. Zu den Kooperationspartnern zählen das Grimme-Institut, die Freie und Hansestadt Hamburg sowie die Radio-Vermarkter AS&S Radio und RMS. Die Federführung liegt beim Norddeutschen Rundfunk (NDR).

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