Der ewige Joseph: WDR5 Radiofeature über FIFA-Präsident Blatter

Ich habe dem Exekutivkomitee mitgeteilt, dass ich Forderungen und Bitten verschiedener Verbände und Organisationen akzeptiert habe, für ein fünftes Mandat zur Verfügung zu stehen…“. So hat Joseph Blatter, allmächtiger Chef des internationalen Fußballverbands FIFA, seine Kandidatur zur bevorstehenden Wiederwahl Ende Mai angekündigt – und das im Alter von 79 Jahren. Er musste also angeblich gedrängt werden.

Blatter liebt den Fußball, aber noch mehr liebt er seinen Job. Und all die Privilegien, die dazugehören. Doch Blatter ist für den Weltfußballverband noch viel mehr: Er ist die FIFA und die FIFA ist er. Joseph Blatter, Ex-Journalist, seit 1975 bei der FIFA, zunächst 17 Jahre Generalsekretär, dann seit 1998 Präsident des Fußballweltverbands, hat ein Imperium geschaffen. Ein mächtiges dazu, ohne Grenzen, total global, schwerreich. Blatter lenkt und denkt, er kontrolliert alles.

Seppi, so nennen ihn seine Verehrer zärtlich, hat Viele kommen und gehen sehen, hat Rivalen und Kritiker ausgeschaltet, ausgesessen oder durch Großzügigkeit beschwichtigt. Aus allen internen Kämpfen ging er unverwundet hervor. Kritik an Fehlentscheidungen, wie zum Beispiel an der Vergabe der WM nach Katar und deren Begleitumstände, perlen an ihm ab. Blatter ist wenig populär. Wenn er in Stadien erscheint, erlebt er schon mal Pfeifkonzerte.

Er hat die FIFA zu einem Milliardenkonzern gemacht, in dem das große Geld eine überragende Rolle spielt. Ein Konzern, dessen Reichtum allerdings kaum kontrolliert wird. Blatters Wiederwahl Ende Mai gilt als sicher. Und warum soll er sich nach Jahr und Tag nicht zum fünften Mal wählen lassen?

Ein Radiofeature von Hans-Jürgen Maurus. Sendetermin: Neugier genügt | 19.03.2015, 10.05 – 12.00 Uhr | WDR 5

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