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Das letzte Halleluja – Jürgen Domian nimmt Abschied von seiner Sendung

In der Nacht auf Samstag lief beim WDR die letzte Domian-Sendung. Nach über 20 Jahren verabschiedete sich der Moderator von seinem Publikum und seinen Mitarbeitern. Die eigentliche Abschiedssendung hatte das Team bereits Donnerstagnacht veranstaltet. An seinem allerletzten Abend wünschte sich Domian noch einmal eine „relativ normale“ Sendung ohne spezielle Themensetzung.

Die letzte Sendung
Gewohnt bunt war dann auch die Bandbreite. Die erste Anruferin ist die 31 Jahre alte Julia. Ihr Problem ist, dass sie immer eine verfügbare Toilette um sich wissen muss, sonst muss sie Ängste ausstehen. Der nächste Anrufer ist der 20-jährige Schauspielstudent David, der einer aussterbenden Arbeit nachgeht und Pornos synchronisiert. Dann erscheint zur großen Freude Domians ein bekannter Name auf der Telefonanlage – die mittlerweile 76-jährige Lydia hatte Domian schon einmal vor drei Jahren angerufen und mit ihrer Geschichte über ein Oralsex-Abenteuer nach einem Friedhofsbesuch über die Sendung hinaus Internetberühmheit erlangt. Ernst wird es mit der 46-jährigen Ramona, die mit dem Tod ihres Lebensgefährten zu kämpfen hat. Anschließend hat Domian einen Stammhörer aus Australien am Hörer, der Deutsch-Portugiese Victor ist nach Melbourne ausgewandert und hört dort weiterhin fleißig Domian – nur eben am Morgen. Die Kriminalpsychologin Lydia Benecke tauschte sich mit Domian über die psychologische Seite von Verbrechen aus. Letzter seiner insgesamt weit über 23.000 Anrufer wird der 54-jährige Klaus, der als Fernfahrer immer nachts Domian hörte und sich so vor dem Einschlafen am Steuer bewahrte.

Eine große Zeit geht zu Ende
Um kurz vor 2 Uhr setzt Jürgen Domian zu seinen Abschiedsworten an: „Jetzt ist die Zeit des Abschiednehmens gekommen. Nach fast 22 Jahren endet die Sendung ,Domian‘ in wenigen Minuten für immer.“ Zunächst dankt er seinem Team für „euer Engagement, für eure Zuverlässigkeit und für eure Menschlichkeit.“ Dann wendet er sich an seine Zuhörer, Zuschauer und Anrufer: „Vielen Dank für euer Vertrauen und vielen Dank für eure Treue. Die Zeit mit euch war groß. Ich wünsche euch für euer Leben Glück und Gutes. Und ich kann sagen, was ich hier in dieser Sendung gelernt habe in all diesen vielen Jahren: Das ist Demut – und dafür danke ich sehr. Wie sagte die wunderbare Trude Herr es so schön: Niemals geht man so ganz. Auf Wiederhören und auf Wiedersehen. Euer Jürgen Domian.“ Jeff Buckleys „Hallelujah“ erklingt, während Domian seinen Kopfhörer abnimmt. Dann zieht er die Abhängungen des Studios beiseite und das Team erscheint versammelt hinter der Glasscheibe. Ein nachdenklicher Domian geht ein letztes Mal durch sein Studio, zieht sich die Jacke an und packt den weißen Hirschen – das inoffizielle Maskottchen der Sendung, das immer im Hintergrund gestanden hatte – ein. Den Hirsch hatte er für einen guten Zweck, die Palliativstation der Kölner Uniklinik, versteigert. Erworben hatte ihn für 43.000 Euro ein Schweizer Hörer, der Spender schenkte ihn in der gestrigen Sendung aber postwendend wieder Domian. Um 1:58 Uhr macht Jürgen Domian dann das Licht aus und geht zu seinem Team.

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