BVDW sieht ma 2016 Audio weiter kritisch: „Fortschritte, aber noch keine valide Konvergenz“

Auch im zweiten Anlauf erfüllt die ma Audio nicht die Ansprüche einer konvergenten Währung für die Reichweite von Audio-Angeboten. Die Fokusgruppe Audio im BVDW sieht weiterhin Verbesserungsbedarf: Zwar belegen die Ergebnisse den Reichweitenbeitrag, den Online-Audio im Gesamtmix leistet, die Methodik der Zusammenführung der Nutzungsdaten von Online-Audio und analogem Radio bleibt aber fragwürdig und intransparent.

Frank Nolte (audioStep) aus der Fokusgruppe Audio im BVDW erklärt: „Vor etwa einem Jahr bekamen wir mit der ma Audio erstmals Nettoreichweiten für IP-basierte Audioangebote und soziodemografische Daten zu den Hörerinnen und Hörern. Intensive Diskussionen zwischen Vertretern der Fokusgruppe Audio im BVDW mit Vertretern der ag.ma haben in der heute veröffentlichten Neuauflage der ma Audio Verbesserungen besonders in der Granularität der Ergebnisse zu IP-basierten Audioangeboten hervorgebracht. Darüber hinaus sind nun auch Music-on-Demand-Dienste (z.B. Spotify) in der ma Audio abgebildet. Eine reale Vergleichbarkeit mit der analogen Radionutzung – die elementare Voraussetzung, um eine valide Konvergenzwährung zu erhalten – wurde aus unserer Sicht allerdings noch immer nicht erreicht.“ Das sei vor allem auf die Methodik zurückzuführen, so Nolte. „Während die Datengrundlage bei IP-Audio eine technische Messung aller Nutzungsvorgänge in Kombination mit einer Online-Tagebuchstudie ist, basiert die Erhebung auf UKW-Seite ausschließlich auf Telefonumfragen zur Markenerinnerung der Hörer.“

Rainer Henze (laut.ag), Vorsitzender der Fokusgruppe Audio im BVDW, ergänzt: „Wir werden die Gespräche mit der ag.ma fortsetzen und uns konstruktiv in den Prozess der Weiterentwicklung der ma Audio einbringen. Nach wie vor fordern wir die Erhebung aller Audio- und Radio-Angebote auf Basis einer zumindest stichprobenartig einheitlichen Methodik. Bis dahin bleibt eine valide Konvergenz eine Vision.“

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