Architekten für BR-Neubauten in München-Freimann ausgewählt

Das Büro Fritsch & Tschaidse Architekten GmbH wird die Neubauten des Bayerischen Rundfunks am Standort München-Freimann realisieren. Die Münchner Architekten konnten sich in einem europaweit ausgelobten VOF-Verfahren (Vergabeordnung für freiberufliche Leistungen) mit ihren Ideen durchsetzen. Nach Ablauf der vorgesehenen Einspruchsfristen hat heute auch der BR-Verwaltungsrat der Vergabe der Planungsleistungen des Architekten zugestimmt. Damit kann der BR der Zukunft auch baulich Gestalt annehmen.

Dem VOF-Verfahren war ein Architektenwettbewerb mit 10 Teilnehmern (bei 61 Bewerbungen) aus ganz Europa vorausgegangen, bei dem zwei Sieger gekürt wurden. Der zweite 1. Preis ging an kadawittfeldarchitektur aus Aachen. Beide Büros wurden im Rahmen des VOF-Verfahrens zur vertieften Erläuterung einiger Aspekte ihre Beiträge aufgefordert. Der Entwurf von Fritsch & Tschaidse hat sich beim Votum der Jury durchgesetzt. Die klare Gebäudestruktur vermittelt eine hohe Funktionalität und Flexibilität.

Nun kann mit den notwendigen Planungen gestartet werden, um den angestrebten Baubeginn spätestens Ende 2017 zu ermöglichen. Um die Sparten Radio, Fernsehen und Online vor dem Hintergrund des digitalen Wandels künftig aufs engste miteinander zu verzahnen, sollen auf dem BR-Fernsehgelände in Freimann neue Gebäude mit einem multimedialen Aktualitätenzentrum sowie ein Wellenhaus entstehen, in dem die Hörfunkprogramme ihren Sitz haben. Für die Architekten bestand die Herausforderung darin, die für eng vernetztes crossmediales Arbeiten nötigen räumlichen optimalen Rahmenbedingungen zu entwerfen.

Der Beitrag von Fritsch & Tschaidse sieht hierfür ein modernes, kommunikationsorientiertes dreistöckiges Gebäude vor – einen flachen Doppelriegel, der wie ein rechteckiges Floß in den Isarauen integriert wird. Kurze Wege und zentrale Besprechungsräume sollen die entsprechenden Arbeitsabläufe erleichtern. Herzstück ist die sogenannte „Medienstraße“, die Aktualitätenzentrum und Wellenhaus wie eine Magistrale verbindet und zum lebendigen, kommunikativen Raum für alle Mitarbeiter werden soll. Die Architekten, die für ihren Entwurf mit dem Stuttgarter Landschaftsarchitekten Jörg Störzer zusammengearbeitet haben, wollten mit ihrem Beitrag einen – wie sie sagen – unverwechselbaren Mediencampus schaffen, der zudem urban geprägt sei und u.a. ein Besucherzentrum und einen Kindergarten vorsieht. In München hat Fritsch & Tschaidse etwa bereits das Zentrum für Energie und Information der TU Garching entworfen.

Derzeit ist der Bayerische Rundfunk in München über drei Standorte verteilt: Funkhaus Arnulfstraße, Fernsehgelände Freimann, Fernsehstudios Unterföhring. Angesichts großer Sanierungslasten stand die Rundfunkanstalt vor der Alternative, entweder viele Millionen in die Sanierung der bestehenden Gebäude zu investieren, oder gleich gezielt für die digitale Zukunft zu bauen. Vor dem Hintergrund des rasanten Medienwandels und unter ökonomischen Gesichtspunkten fiel die Abwägung zugunsten eines Neubaus und einer Bündelung des BR in Freimann aus.

Im neuen Aktualitätenzentrum in Freimann sollen die Fernseh-, Hörfunk- und Onlineredaktionen des Bayerischen Rundfunks künftig an einem Ort zusammenwirken. Dies erleichtert den Informationsaustausch, fördert die gezielte und arbeitsteilige Recherche und ermöglicht dadurch Spielräume für eine noch effizientere, schnellere und tiefgründigere Berichterstattung. Nach derzeitigem Planungsstand sollen die neuen crossmedialen Gebäude bis 2021 baulich realisiert werden, anschließend erfolgt der technische Einbau.

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