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14 neue DAB+ Radioprogramme für Region Zürich

Seit Ende August strahlen in Zürich und Region 14 frische Pop-, Rock- und Kulturradios ihr Programm auf DAB+ aus. Die zumeist alternativen Lokal- und Internetradios haben dank der Funkkonzession der Digris AG einen kostengünstigen Zugang erhalten. Digitales Radio wird somit auch für unabhängige Radios mit kleinem Budget, wie das Zürcher LoRa, Stadtfilter aus Winterthur oder Kanal K aus Aarau, erschwinglich. Wieder zurück auf DAB+ ist Roger Schawinski mit dem Jugendradio Planet 105.

DAB+ ist nicht länger den öffentlich-rechtlichen Sendern der SRG oder den kommerziellen Privatradios vorbehalten. Ab 31. August senden im Grossraum Zürich auch unabhängige Webradios und nicht-kommerzielle Lokalradios in störungsfreier digitaler Qualität.

Acht dieser 14 neuen Radiostationen definieren sich über ihr Musikprofil.

Radio Tropic unterhält die Black Community in der Limmatstadt mit tropischer Latinomusik rund um die Uhr.
RadioIndustrie aus Zug ist das einzige Deutschschweizer Radio, das seinen Fokus auf die verschiedenen Strömungen der Rap-Musik legt, sowie die Wurzeln in Soul, Funk und Jazz verfolgt. Toxic.fm aus St. Gallen spielt Rocksongs aus den letzten 20 Jahren, vorwiegend aus dem Bereich Alternative Rock.

Und mit Rundfunk FM ist das bekannte Sommerradioprojekt von Oliver Scotoni im digitalen Äther ganzjährig zu empfangen.

Dank der günstigen Sendetechnologie der Digris AG hat auch Roger Schawinski seine Vorbehalte gegenüber DAB aufgegeben. Er kehrt mit seinem Jugendradio Planet 105, das früher Radio 105 hiess, in die digitale Radiozukunft zurück.

Information aus und für die Grossagglomeration Zürich
Dank dem vierten DAB-Layer sind nun in Zürich fünf Wortradios empfangbar, die ausserhalb der Stadt im Wirtschaftsraum Zürich zuhause sind. Die vielen Pendler können nun auch ihre Station in Zürich beim Arbeiten hören.

Das Programm des im Aargau erfolgreichen Kanal K wird von rund 250 freiwilligen Hörer und Hörerinnen gestaltet.
Radio Stadtfilter verbreitet sein Winterthurer Kulturprogramm ebenso neu im Grossraum Zürich, wie der Basler Jugend- und Kultursender Radio X.
Mit Radio 74 ist zudem ein christliches Familienradio ins Programmensemble aufgenommen worden.
Den Schritt in die digitale Radiozukunft und in die Zürcher Agglomeration wagt auch Radio LoRa, das erste alternative Lokalradio
in Europa.

Weitere Programme: Backstage Radio (unmoderiertes Programm für Schweizer Musik), Spoon Radio (100% Rock), Traxx FM (R&B, Webradio aus Genf). Details zu den einzelnen Programmen gibt es in der Programmvorstellung.

User gestalten Radiocloud
Mit Open Broadcast ist das erste vollständig user-generierte Radio der Schweiz nun wieder auf DAB+. Nutzer können über eine Internetplattform eigene Musiksendungen zusammenstellen und vorproduzierte Wortbeiträge, Features, Interviews oder Diskussionen hochladen und diese in einen Programmraster einfügen. Open Broadcast sendet dann, was die Community auf der Radioplattform entwickelt hat. Die Betreiber von Open Broadcast verfügen über ein grosses Künstlernetzwerk, denn der Initiant von Open Broadcast war auch Gründer des legendären Clubs Dachkantine. Open Broadcast plant Ende Jahr einenRelaunch der bestehenden Plattform. Neu werden die aktiven User finanziell am Radio beteiligt. Sie können mit Aktien entschädigt und am Umsatz beteiligt sein.

Vielfalt dank viertem DAB+Layer
Dass diese Lokal- und Internetradios neu auf DAB+ senden, macht eine eigene Funkkonzession möglich. Die Zürcher Digris AG hat diese im Juni 2013 vom Bundesamt für Kommunikation erhalten. Zusammen mit dem Genfer Unternehmen OpenDigitalRadio.org baut sie nun in 22 Städten derSchweiz auf diesem vierten DAB+Layer lokale Inseln auf. Sie setzt dabei eine neue, softwaregestützte Technologie ein, die mit deutlich tieferen Kosten auskommt, als dies bei den bestehenden DAB+-Sendegebieten der SRG oder der Swissmediacast der Fall ist. 135’000 Franken musste ein Lokalradio bisher zahlen, um eine Region auf DAB+ abdecken zu können. Für sieben urbane DAB+- Inseln zahlen die alternativen Programmveranstalter lediglich einen kostendeckenden Anteil von knapp 11’000 Franken im Jahr. Von denn Investitionskosten der Digris AG finanziert das BAKOM 75 Prozent, da dieser Konzessionär keine kommerziellen Ziele verfolgt. Deshalb können sich nun unabhängige Radios, die in der Union nicht kommerzorientierter Lokalradios UNIKOM zusammengeschlossen sind, den Wechsel zu digitalem Radio und der Technologie der Zukunft leisten.

Technische Innovation und programmliche Alternativen
Seit Anfang Juni ist in Genf die erste DAB-Insel der Digris AG erfolgreich in Betrieb. Für die 14 freien Sendeplätze in Zürich haben sich über zwanzig Radiostationen beworben. Die Digris AG hat das Auswahlverfahren einem unabhängigen Radiorat übertragen, der die Gesuche nach drei Hauptkriterien beurteilt. Im Vordergrund stehen der lokale Bezug zum Sendegebiet, sowie alternative Programmangebote bei Musik, Unterhaltung und Wortbeiträgen. Die ausgewählten Radios haben sich drittens dadurch ausgezeichnet, dass sie die interaktiven Möglichkeiten von Digitalradio aktiv nutzen und so die Attraktivität von DAB+ steigern werden. Bis Ende 2016 wird die Digris AG die 22 lokalen DAB+-Inseln aufgebaut haben. 70-80 unabhängige Radiostationen werden dann auf DAB+ senden. Der vierte Layer bietet so eine grössere Programmvielfalt an, als die drei bestehenden Layer von SRG, Swissmediacast und Romandie Médias zusammen. Bevor UKW abgeschaltet wird, ist diese Migrationauf ein finanzierbares Digitalradioexistentiell für die vielfältige und unabhängige SchweizerRadiolandschaft.

Digris am SwissRadioDay
Am 3. September 2014 wird Thomas Gilgen, Geschäftsführer der Digris AG, den vierten DAB+Layer der Öffentlichkeit detaillierter vorstellen. Am SwissRadioDay im Hauptsaal des Zürcher Kaufleuten nimmt er an der Diskussion „Session 1.1 –Digital Radio kommt nicht von alleine“teil. Unter der Leitung von Philipp Zahno diskutieren zudem Jürg Bachmann (VSP), Robert Ruckstuhl (SRF), Nancy Wayland (BAKOM) und Sophie Esborat (Radio Vertical).

Die Digris AG betreibt Medien und baut Infrastruktur für die Distribution vor allem von Radiosendern auf. Die Gesellschaft tut dies auf einer gemeinnützigen Basis und fördert damit die kulturelle Vielfalt und eine offene Informationsgesellschaft. Die von ihr verbreiteten Programme fördern die Bildung, die kulturelle Entfaltung und die freie Meinungsbildung. Aktionäre der Digris AG sind der Verband der Union nicht- kommerzorientierter Lokalradios UNIKOM, der Verband der Schweizer Internetradios ASROC und OpenDigitalRadio.org.

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